Zeitung Heute : ANSTALTSDRAMA

King of Devil’s Island.

Namen haben sie eigentlich nicht, der rebellische Erling, der vorsichtige Olav und der schüchterne Ivar. Für die Aufseher sind sie Nummern aus Baracke C, Opfer, die sie nach Belieben seelisch, körperlich und sexuell quälen und unterjochen können. Auf der bei Oslo gelegenen Gefängnisinsel Bastøy werden die jungen Individuen nach allen Regeln geschlossener Anstaltserziehung gebrochen – es sei denn, man gerät an Unbeugsame wie Erling: Die schikaniert und isoliert man nur so lange, bis die Revolte beginnt. Der Norweger Marius Holst inszeniert seine 1915 spielende finstere Geschichte in klaustrophobischen Bildern, kaltblauen Winterfarben und mit durchweg guten Schauspielern langsam, sorgfältig und wirkungssicher, ohne auf Effekthascherei aus zu sein. Moral: Die Kraft mag einem ausgehen, aber die Hoffnung stirbt nie. Eindrucksvoll. Jan Schulz-Ojala

N/F/S 2010, 116 Min., R: Marius Holst, D: Stellan Skarsgard,

Benjamin Helstad

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben