Zeitung Heute : Antrieb durch innovative Ideen

Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2008 gestartet

Torsten Schaletzke

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) ist Deutschlands größte regionale Gründungsinitiative. Über neun Monate begleitet er kostenlos Existenzgründer auf ihrem Weg zum tragfähigen Geschäftskonzept. In drei Stufen werden Idee und Gründerteam, Marktanalyse und Marketing sowie das Unternehmen und die Finanzplanung bewertet. Für die erste Stufe ist eine Teilnahme am Wettbewerb 2008 noch bis zum 22. Januar möglich.

Dass sich Mitmachen lohnt, haben drei Brüder aus Berlin erfahren: Axel, Fabian und Steffen Sacharowitz überzeugten die Jury des Wettbewerbs 2007 von ihrem Konzept. In der Kategorie „BPWtechnology“ erreichten sie den mit 10 000 Euro dotierten ersten Platz. Die Geschäftsidee: Ihre Firma 3S Antriebe GmbH bietet Antriebslösungen an, mit denen Armaturen kostengünstig automatisiert werden können. Armaturen sind Ventile in Rohrleitungsnetzen, bei Bauarbeiten und Rohrbrüchen sperren sie die Leitungen. Allein das Berliner Trinkwasser wird über ein 7857 Kilometer langes Rohrnetz verteilt und zu 262 000 Hausanschlüssen, 62 000 Hydranten und 90 000 Schiebern gepumpt.

Die meisten der Armaturen befinden sich in Rohren unter der Erde und sind von der Straße aus nur über einen nicht begehbaren engen Schacht zu erreichen. Wartungsteams müssen die Armaturen in regelmäßigen Intervallen per Hand schließen und öffnen, damit sie gängig bleiben. In den Schacht wird dann von oben eine Art Gestänge hinabgelassen, an dessen Ende ein Vierkantschlüssel sitzt, der die Armatur bedient. Dabei entstehen, bedingt durch den fehlenden Automatisierungsgrad, hohe Personalkosten. Bei großen Armaturen sind bis zu vier kräftige Mitarbeiter notwendig.

„Dagegen ermöglicht unser bereits patentiertes System, auch große Armaturen schnell, ohne Kraftaufwand und durch nur einen einzigen Mitarbeiter zu bewegen. Somit ist es kostengünstiger“, sagt Existenzgründer und Geschäftsführer Fabian Sacharowitz. „Unser mobiler Armaturantrieb kann mit wenigen Handgriffen fest oberhalb einer Armatur installiert werden.“ Dann arbeitet der von Mikroprozessoren gesteuerte Antrieb mit Niederspannungsgleichstrom. Das System wird von außen auf den Schacht aufgesetzt, ein Aufreißen der Straße oder des Gehwegs ist nicht notwendig. Ein Vorteil des Antriebs: „Er öffnet und schließt nicht nur, sondern misst nebenbei Zustandsdaten, etwa das für die Bewegung notwendige Drehmoment der Armatur“, erklärt Sacharowitz. „Dies ermöglicht eine Wartung der unterirdischen Vorrichtungen, wodurch die Lebensdauer steigt.“ Dieser Aspekt dürfte vor allem die Wasserversorger interessieren. Für die Zusammenarbeit bei der Entwicklung konnten die drei Gründer bereits die Berliner Wasserbetriebe gewinnen. Torsten Schaletzke

Anmeldung für den Businessplan-Wettbewerb 2008 unter Telefon 030/21252121 oder E-Mail info@b-p-w.de. Im Internet: www.b-p-w.de/2008/index.php

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