Anwalt, der zu mir passt : Auf den Paragrafen gebracht

Bei der Suche nach dem richtigen Rechtsbeistand helfen Datenbanken – und das eigene Bauchgefühl.

Ene, mene, miste ... Dem Zufall überlassen sollte man die Wahl des passenden Anwalts nicht. Doch genauso wenig sollte man nur auf Titel schauen.
Ene, mene, miste ... Dem Zufall überlassen sollte man die Wahl des passenden Anwalts nicht. Doch genauso wenig sollte man nur auf...Foto: imago

Früher schlug man die „Gelben Seiten“ auf, heute guckt man ins Internet. Das gilt auch für die Suche nach einem Rechtsanwalt, wenn sich Streitigkeiten ohne professionellen Beistand nicht mehr regeln lassen. Wer nicht über Freunde, Verwandte oder Kollegen einen Advokaten empfohlen bekommt, muss selbst aktiv werden – und gezielt suchen.

Das ist allerdings nicht schwer; entsprechende Datenbanken gibt es zahlreich. Für die Hauptstadt etwa vom Berliner Anwaltsverein (berliner-anwaltsverein.de, in der Rubrik „Anwaltssuche“) oder von der Rechtsanwaltskammer Berlin (rak-berlin.de, Rubrik „Für Rechtsuchende“). Bundesweit hilft bei der Suche der Deutsche Anwaltverein, auf dessen Internetseiten man außerdem ein umfangreiches, laufend aktualisiertes Ratgeber-Magazin mit aktuellen Urteilen aus vielen Rechtsbereichen findet (anwaltauskunft.de).

Überall kann man nach Rechtsgebieten und Schlagworten suchen, die den eigenen Fall betreffen. Wer einen Fachmann auserkoren hat, vereinbart einen Termin zur Erstberatung. Deren Kosten richten sich nach dem Streitwert, also der Summe, um die es in der Angelegenheit geht. Sie dürfen höchstens 190 Euro plus Mehrwertsteuer betragen, können aber auch wesentlich niedriger sein. Nach den voraussichtlichen Kosten sollten sich Ratsuchende ohne Scheu am Telefon erkundigen.

Im ersten Gespräch kann man sich kennenlernen und herausfinden, ob die Chemie stimmt, „denn das Menschliche ist ebenso wichtig wie das Fachliche“, sagt Christian Christiani, Rechtsanwalt in Berlin und Geschäftsführer des Berliner Anwaltsvereins. Der Sachverhalt kann besprochen werden, und man bekommt eine erste Vorstellung davon, ob die eigene Sicht der Dinge im Ernstfall auch vor einem Gericht bestehen würde. Überträgt man dem Anwalt das Mandat, werden die Kosten der Erstberatung auf spätere Gebühren angerechnet. Diese kann der Anwalt entweder frei mit dem Mandaten aushandeln oder nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) abrechnen – das wiederum die Untergrenze für ausgehandelte Gebühren bildet. Auch hier bemisst sich das Honorar nach dem Streitwert.

Eine Checkliste fürs Anwaltsgespräch findet man auf den Seiten der Bundesrechtsanwaltskammer: brak.de/fuer-verbraucher/checkliste-anwaltsgespraech

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