Zeitung Heute : Apple Crumble

Von Kurt Jäger

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BERLINER SPITZENKÖCHE VERRATEN IHRE TRICKS

Das ist ein Nachtisch, der ist eigentlich ganz banal, aber den liebe ich gerade im Winter, meine schwedische Schwiegermutter macht den oft, zackzack, das geht ganz einfach. Sie schält fünf Äpfel, nimmt das Kerngehäuse raus und schneidet sie in grobe Würfel. Meine Schwiegermutter nimmt, was sie im Garten hat, ich würde zum Boskop greifen oder zum Braeburn. Butter und Zucker hat sie schon in der Pfanne, d.h. sie nimmt gar keine Pfanne, sondern gleich eine feuerfeste Form, Jenaer Glas oder so etwas, damit sie nicht mehr viel umfüllen muss. Darin brät sie die Äpfel an, ein paar Minuten, so dass sie glasig sind und nicht mehr roh. Darüber streut sie geröstete Semmelbrösel (selbst gerieben), gern auch Kardamon und Zimt dazu, ab in den Ofen, 20, 25 Minuten bei 160 Grad. Wenn die Bröselchen braun werden, weiß man, dass es fertig ist. Man kann natürlich auch ein bisschen rumspinnen und die Äpfel würzen, ein paar Tropfen Calvados rein oder Rum…

Und dazu eine ganz einfache Vanillesoße, vor der brauchen Sie auch keine Angst zu haben, die geht ganz einfach: Zwei Eigelb, ein Esslöffel Zucker, ein Viertel Liter Milch, ein Teelöffel Vanillezucker oder ein bisschen frische Vanilleschote, aufkochen, auf der Platte rühren bis es dicker wird, fertig. Die muss dann nur noch abkühlen, auf Zimmertemperatur. Sie können auch noch eine Kugel Eis auf die warmen Äpfel geben. Oder Multbeeren, die sie da oben in Schweden haben. Ich bin ein großer Fan von diesen Sumpfbrombeeren, also kommt bei mir noch ein Löffel Sumpfbrombeermarmelade zum Crumble dazu, bei Ikea gibt’s die zu kaufen. Die verrühre ich mit der Vanillesauce, wenn diese schon auf dem Teller ist. Es gibt bei mir zu Hause kein Dessert ohne Sumpfbrombeeren. Warmer Käsekuchen, der ist in Schweden etwas anders als hier, so wie Topfen, ein bisschen grissliger, und dazu Schlagsahne und diese Multbeerenmarmelade. Unglaublich!

Kurt Jäger ist Chefkoch im Harlekin im Grand Hotel Esplanade in Berlin

…UND DAS KOMPOTT DAZU

Auch die Mitarbeiter der schwedischen Botschaft decken sich bei Ikea ein, wenn sie kulinarisch ihr Heimweh stillen wollen. Wenn Sie gerade keine Zeit haben, in das Möbelhaus zu fahren, ersetzen Sie die Marmelade mal mit roh gerührtem Preiselbeerkompott von Staud’s (im KaDeWe 6,98 Euro). Und den von Kurt Jäger gepriesenen Käsekuchen gibt es im Lokal „Der Alte Schwede“ in Charlottenburg, Knesebeckstraße 92. kip

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