Zeitung Heute : Arbeitslose erhalten selten Kredit

Was Gründer bei Anträgen für eine Förderung beachten müssen

Simone Leinkauf

Existenzgründer können von unterschiedlichen Seiten eine kräftige Anschubfinanzierung erhalten, um das eigene Unternehmen zum Laufen zu bringen. Die Voraussetzungen sind allerdings neben einer pfiffigen Geschäftsidee – von der man nicht nur selbst überzeugt sein muss, sondern auch andere überzeugen muss – Engagement, Durchsetzungsfähigkeit und ein guter Schuss kaufmännisches und fachliches Know-how. Im Idealfall ist man eine geborene „Gründerpersönlichkeit“, wie das im Fachjargon heißt. Der nächste Schritt ist die Finanzierung. Sie ist beim Schritt in die Selbstständigkeit aus der Erwerbslosigkeit heraus oft das Nadelöhr.

Förderprogramme – wie die der bundeseigenen KfW-Bankengruppe – gibt es zwar auch in Berlin und Brandenburg. So hat die KfW-Bankengruppe Förderprogramme in unterschiedlicher Höhe vom Mikro-Darlehen, über ein Start-Geld bis zu einem Höchstbetrag von 50 000 Euro. Ob Freiberufler oder Gewerbetreibender, Handwerker oder Arbeitsloser, Chancen auf eine Förderung durch die KfW hat jeder, vorausgesetzt, er kann mit seinem Konzept überzeugen (www.kfw-mittelstandsbank.de).

Überzeugt werden muss allerdings zunächst der Berater der Hausbank, über den der Antrag dann bei der KfW-Mittelstandsbank eingereicht werden muss. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), stellt im Zusammenhang mit Existenzgründungen fest, dass viele Gründer eher den Zuschuss im Blick haben, als den Business-Plan. „Fast die Hälfte der arbeitslosen Gründer kann nicht hinreichend erklären, warum das eigene Produkt besser sein soll als das Angebot der Konkurrenz. Dies sind denkbar schlechte Voraussetzungen für den Start“, interpretiert Wansleben die Ergebnisse des aktuellen Gründerreports des DIHK. Die Landesverbände des DIHK beraten Menschen, die sich als Gewerbetreibende selbstständig machen wollen (www.berlin.ihk24.de, www.potsdam.ihk24.de). Gegen eine Schutzgebühr von 7,50 Euro gibt es ein „Gründerpäckchen“ mit Informationen rund um die Existenzgründung. Kostenpflichtige Beratungen finden nach Terminabsprache statt. Kostenlose Existenzgründer-Online-Kurse finden sich zum Beispiel auf der Homepage der IHK Berlin und im Existenzgründerportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (www.existenzgruender.de). Mit Hilfe dieser Online-Kurse können Gründer ihr Geschäftskonzept überprüfen, ausformulieren und stoßen dabei möglicherweise noch auf die eine oder andere Frage, die sie vorher nicht bedacht haben.

Die Investitionsbank Berlin hat speziell für Erwerbslose oder von Kündigung bedrohte Existenzgründer das so genannte ARP-Programm, das sich durch eine anfängliche tilgungsfreie Zeit von zwei Jahren bei einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren auszeichnet (www.ibb.de).

Eine Reihe von Förderprogrammen für verschiedene Branchen bietet auch die Investitionsbank des Landes Brandenburg an (ww.ilb.de). Speziell um Ausgründungen aus Hochschulen und den Transfer von Wissenschaft und Technologie in die Wirtschaft kümmert sich die Zukunftsagentur Brandenburg (www.zab-brandenburg.de). Und wer bei einem Neustart in die Selbstständigkeit auf eine umweltverträgliche Konzeption der Produkte und des Geschäftsmodelles Wert legt, findet auf der folgenden Internet-Plattform eine Checkliste für Unternehmensgründer mit nachhaltiger Ausrichtung: www.wirtschaft.uni-kassel.de/FBU/Start-up-to-sustain/Index.htm. Außerdem finden sich hier verschiedene Praxisbeispiele erfolgreicher und nachhaltig wirtschaftender Unternehmen.

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