Zeitung Heute : Arbeitsplatz

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Niederlagen gehören zu ihrem Beruf: Die Psychologin Barbara Pelkmann ist in der Outplacement-Beratung tätig. Firmenleitungen oder auch Betriebsräte nehmen ihre Dienste in Anspruch - wenn es um die Schließung von Betrieben oder Betriebsteilen geht, ihre Klienten aber sind die Betroffenen selbst. Der Arbeitsplatzverlust wird häufig gerade von langjährigen Mitarbeitern als gravierende Niederlage empfunden, die ihr Selbstwertgefühl erschüttern kann. Wie wird so jemand damit fertig? Barbara Pelkmann geht in drei Schritten vor:

1. Die Akzeptanz. Manch einem gelingt das schnell, andere trifft der Verlust wie ein Schock. Die sind möglicherweise wütend, schimpfen auf die Firma. Solch einer externen Attribution, einer Schuldzuweisung an andere, muss man zunächst Raum geben. Sie kann ein erster Schritt sein, das Selbstwertgefühl wieder aufzurichten. Erst danach wird der Betroffene bereit sein, Schwächen auch bei sich zu suchen, zu einer realistischen Einschätzung der Lage zu kommen. Vielleicht muss man mit ihm auch an seiner Haltung arbeiten, wenn er Schwächen nur noch bei sich sieht, dass er nicht depressiv wird. Wie lange das dauert, ist individuell sehr verschieden, die Zeit muss man dem Betroffenen geben. Ziel ist, dass er seinen Verlust akzeptiert, nur so wird er wieder handlungsfähig.

2. Die Neuorientierung. In einer Potenzialanalyse wird der Outplacement-Berater Stärken und Schwächen mit dem Betroffenen analysieren, um ihm neue Perspektiven zu zeigen.

3. Die Umsetzung. Das kann bedeuten, dass man gemeinsam Bewerbungen schreibt, Jobs im Internet recherchiert und Vorstellungsgespräche trainiert.

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