Zeitung Heute : ARBEITSRECHT

-

Befristung des Arbeitsvertrages

muss sachlich begründet sein

Befristungen in Arbeitsverträgen sind generell zulässig, wenn es eine sachliche Begründung gibt. Anerkannte Befristungsgründe sind beispielsweise ein nur vorübergehender betrieblicher Bedarf an der Arbeitsleistung oder die Vertretung eines Mitarbeiters, zum Beispiel wegen Krankheit, Elternzeit oder Wehrdienst. Darauf weist der Personalverlag in Bonn hin. Der Arbeitgeber hat dabei auch das Recht, die vom ausgefallenen Mitarbeiter verrichteten Tätigkeiten auf einen anderen Stamm-Mitarbeiter zu übertragen und dessen Arbeit von dem befristet beschäftigten Vertreter verrichten lassen. Die Vertretungsdauer muss sich nicht exakt mit der Befristung decken – der Vertretene kann auch für eine kürzere Zeit befristet eingestellt werden. Eine Befristung ohne sachlichen Grund ist nach Paragraf 14 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ausdrücklich unzulässig, wenn es sich nicht um eine Neueinstellung handelt. Das gilt auch für die Fälle, in denen die Beschäftigung schon viele Jahre zurückliegt. Kein früheres Arbeitsverhältnis liegt vor, wenn es sich um eine Ausbildung gehandelt hat oder der Betreffende als freier Mitarbeiter oder Leiharbeitnehmer für die Firma tätig war.dpa/gms

Falsche Zeugnisse können noch nach Jahren zur Kündigung führen

Falsche Angaben in einer Bewerbung können auch Jahre später noch zu einer Kündigung führen. „Selbst wer unbeanstandet acht, zehn oder 20 Jahre in seiner Position gearbeitet hat, kann ohne Frist gekündigt werden, wenn er sein Zeugnis bei der Bewerbung gefälscht hatte“, sagt Jobst-Hubertus Bauer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) in Berlin. Das gehe aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Baden- Württemberg in Stuttgart hervor (Az.: 5 Sa 25/06). In dem Fall hatte ein Unternehmen einem Schweißer nach mehr als acht Jahren gekündigt. Der Mann hatte in seinem Zeugnis von der Industrie- und Handelskammer zwei Prüfungsnoten um eine Zensur nach oben korrigiert. Nach Einschätzung von Bauer haben sich in den vergangenen Jahren die Fälle von Zeugnismanipulationen gehäuft. „Da wird dann aus einem ,ausreichend‘ ein ,befriedigend‘, oder ein Bewerber erschwindelt sich auf dem Papier Diplom oder Doktortitel.“ dpa/gms

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!