ARCHÄOLOGIE„Das silberne Pferd“ : Die Reisen des Forschers

Rudolf Virchow kennt man in Berlin als Mediziner an der Berliner Charité und Namensgeber eines Krankenhauses. Weniger geläufig ist jedoch, dass er sich 1881 auf den beschwerlichen Weg in den Kaukasus machte, als Anthropologe und Archäologe. In Russland untersuchte er die früheisenzeitliche Koban-Kultur. Seine Funde, die er bei Ausgrabungen auf einem Friedhof machte, überließ er dem Königlichen Völkerkundemuseum, dem späteren Museum für Vor- und Frühgeschichte. Dank Virchow besaß es eine der größten Kaukasus- Sammlungen außerhalb Russlands.

Virchow war damals nicht der Einzige, der sich für die prähistorischen Kulturen in den Gebirgen des Kaukasus und der Steppe bis zu den Schwarzmeerküsten begeisterte. Die meisten archäologischen Funde zogen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in die Museen dieser Welt ein, die meisten stammten aus Privatsammlungen und von Forschungsreisen deutscher und polnischer Gelehrter. Seit 2006 beleuchten das Museum für Vor- und Frühgeschichte und die Universität Lublin gemeinsam dieses Kapitel der Forschungsgeschichte und lassen nun die Öffentlichkeit daran teilhaben: Die Ausstellung „Das silberne Pferd“ im Pergamonmuseum präsentiert 1200 archäologische Schätze aus einer Zeit vom 10. Jahrhundert v. Chr. bis ins 7. Jahrhundert n. Chr. Sie zeigt, wo die Skythen, Sarmaten, Hunnen und Goten gesiedelt und wie sie gelebt haben. Und erzählt von den Reisen der Forscher, darunter Virchow, Max Ebert und der Krakauer Godfryd Ossowski. Sie suchten nach edelsteinbesetzten Diademen, goldenen Grabausstattungen und silbernen Schnallen. Anna Pataczek

Pergamonmuseum, Fr 26.11. bis 13.3.,

Mo-So 10–18 Uhr, Do 10-22 Uhr, 10 €, erm. 5 €

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