ARCHÄOLOGIE„Tehran 50“ : Freude am Graben

Kunstsinnige persische Könige errichteten in Persepolis prächtige Paläste, die auf einer riesigen steinernen Terrasse standen. Die Geschichte der Ruinenstadt im Iran reicht weit in die vorislamische Zeit zurück, bis ins sechste Jahrhundert vor Christus. Die Ruinen sind teils erhalten, teils wurden Bauten rekonstruiert. Das Wissen über Persepolis ist zumindest teilweise dem deutschen Archäologen Ernst Herzfeld zu verdanken, der 1931 mit den ersten Ausgrabungen in Persepolis begann, ihm folgte einige Jahre später der Architekt Friedrich Krefter (Foto). Es sind auch ihre Geschichten, die das Deutsche Archäologische Institut (DAI) jetzt in einer Ausstellung erzählt.

Der Anlass der Schau: Vor 50 Jahren eröffnete das DAI eine Aussenstelle in Teheran. Die Institutionalisierung der deutschen Forschung im Iran war schon lange geplant, konnte aber wegen des Zweiten Weltkrieges und seiner Nachwehen erst 1961 realisiert werden. Die Ausstellung zeigt unter anderem Ergebnisse wichtiger Grabungsprojekte, etwa aus der Hügelstadt Tacht-e Solaiman oder aus dem bronzezeitlichen Handwerkerzentrum Arisman. Was die Ausstellung ebenfalls deutlich macht: Archäologische Forschung im Ausland spiegelt immer auch die politischen Beziehungen zweier Länder wieder. Heute arbeiten Forscher aus verschiedenen Nationen in der Teheraner Forschungsstelle des DAI. Wie fruchtbar die Zusammenarbeit ist, hängt wohl auch davon ab, wie die Stimmung zwischen Deutschland und Iran künftig ist. Birgit Rieger

Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum, bis 4.3., Mo-Mi/Fr 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa 31.12, 10-14 Uhr, So 1.1, 12-18 Uhr, 10 €, erm. 5 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!