Zeitung Heute : ARD-Zweiteiler mit Robert Atzorn über mörderische Waffengeschäfte

Robert Bongen

Wenn es um illegalen Waffenhandel geht, werden die Zusammenhänge kompliziert. Dann geht es um zwielichtige Geschäftemacher und korrupte Politiker, undurchsichtige Verstrickungen und scheinbar unerklärbare Verbrechen. In dem Zweiteiler "Ein Mann steht auf" (heute und morgen um 20 Uhr 15 im Ersten) ist es Kommissar Anton Stein (Robert Atzorn) vorbehalten, ein Geflecht aus Intrigen, Bestechungen und Macht zu entwirren. Ein Geflecht, in dem sich der ehrgeizige Polizist bald selbst verfangen hat - so scheint es: Vor seinem Haus explodiert eine Autobombe, die seine Frau und Tochter tötet und ihn selbst schwer verletzt. Eine Schocklähmung fesselt ihn auf unbestimmte Zeit an den Rollstuhl.

Blind vor Wut und Trauer vermutet Stein zunächst den Falschen hinter dem Anschlag: Seinen Erzfeind Philipp Janot (Michael Mendl), den eleganten Anwalt mit den mörderischen Geschäften. Doch der hat ebenso einen Verräter in seinen Reihen wie die Polizei. Mit Hilfe des geheimnisvollen jüdischen Buchhändlers David Chorin (Tilo Prückner) und seiner Kollegin Karin Lasek (Tina Ruland) nimmt der Kommissar den Kampf auf, gegen seine Behinderung, gegen die Mörder seiner Familie - und gerät immer tiefer in die Verwicklungen zwischen Geheimdiensten, Politikern und rivalisierenden Verbrechern. Schlüsselperson: Das Superhirn der britischen Waffenindustrie, Nigel Finley (Roman Knizka), ein völlig durchgeknallter Raver. An ihm - vielmehr an seinem Wissen - sind sowohl Janot als auch sein Konkurrent Elmadi, ein arabischer Diplomat, interessiert. Zwischen beiden kommt es zum Showdown, in dem sowohl der britische und israelische Geheimdienst als auch der Vatikan eine Rolle spielen. Und Stein gerät zwischen die Fronten - und das auch privat, besser gesagt: zwischen zwei Frauen. Es muss etwas passieren, damit er endlich aufsteht . . .

Die Grundidee des Films, der Waffenschmuggel im Nahen Osten - laut Produzent Otto Meissner mit semidokumentarischem Charakter -, geht in den Wirren um Stein etwas verloren.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben