Zeitung Heute : Argentinier, schießt nicht so viele Tore! Dieser Mann muss sich schonen.

Diego Maradona ist der schlechteste Fernsehmoderator – und der beste Jubler.

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Vor ein paar Wochen ist Diego Armando Maradona zum schlechtesten Fernsehmoderator Argentiniens gewählt worden. Doch ohne Maradona wollen die Argentinier auch nicht sein, erst recht nicht bei einer Weltmeisterschaft. Also haben sie ihm für die gut vier WM-Wochen einen Vertrag als Chef-Groupie gegeben.

Jedes argentinische Tor muss Maradona vor laufender Kamera so kreativ bejubeln, wie er vor zwanzig Jahren sein berühmtes 2:0 gegen England geschossen hat. Wenn es ein ganz besonders schönes Tor ist, bleibt er ein bisschen länger auf Sendung. Zum Beispiel das zweite am Freitag gegen Serbien-Montenegro, als vier Argentinier den Ball hin und her und her und hin schoben, immer vorbei an den serbischen Tanzbären. Der vierte hat dann das Tor geschossen, das bisher schönste dieser WM. Da ist Maradona aufgesprungen und hat sein Trikot über dem Kopf geschwungen wie ein Lasso.

Maradona hat gut zu tun, denn Argentinien schießt ziemlich viele Tore. Allein sechs waren es am Freitag gegen die Serben. Als die Arbeit am Freitagabend getan war, sah er recht müde aus. Kein Wunder, der Mann ist 45 und soll früher nicht allzu sportgerecht gelebt haben, der halbe Magen ist auch schon raus. Mit jedem argentinischen Tor wächst die Gefahr, dass Diego Armando Maradona Schaden nimmt an seinem göttlichen Körper. Also, liebe Argentinier: Haltet euch zurück und schießt nicht so viele Tore, am besten gar keine mehr. Damit tut ihr auch ein gutes Werk im Sinne der liebenswerten WM-Gastgeber, gegen die ihr vielleicht im Viertelfinale spielt.

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