Zeitung Heute : Arte nähert sich der Weltausstellung und ihren Vorläufern mit Themenabend

M.B.

"Scheußliches Riesenskelett", "lächerlicher Fabrikschlot": Es war der Eiffelturm, der zur Weltausstellung 1889 den Unmut von Pariser Bürgern hervorrief. Proteste sind der Schau erhalten geblieben, wie man dieser Tage in Hannover beobachten kann. Leitmotive und Konzeption allerdings haben sich entschieden gewandelt, wie Carola Wittrock auf ihrer Reise durch rund 150 Jahre Weltausstellung zeigt ("Ideen für die Zukunft", Arte-Themenabend ab 20 Uhr 45).

Die zunächst von Technik und Industrie geprägten Messen erhielten immer stärkeren Volksfestcharakter und um die Jahrhundertwende steckte das Dauerprojekt in seiner ersten Krise. Zu häufig, zu niveaulos und schwindendes Publikumsinteresse lauteten die Vorwürfe, die 1928 zu einem Regelwerk führten, das exakte Vorgaben hinsichtlich Qualität und Häufigkeit machte. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit dem Brüsseler Atomium, das zur friedlichen Nutzung der Kernenergie mahnte, erstmals auch technischer Skeptizismus sichtbar. Prahlerische Leistungsschau will man schon lange nicht mehr sein. Die Expo 2000 in Hannover will Lösungen für die weltweiten Probleme anbieten, an denen der von ihren Vorgängerinnen so oft gefeierte Fortschritt nicht ganz unschuldig ist. Ob die ausgestellten Projekte im Kampf gegen soziale Probleme, Umweltverschmutzung und Energieknappheit Erfolg versprechen, untersuchen Andreas Goerke und Rainer Kliegel in ihrem Film "Expo weltweit - auf der Suche nach globalen Lösungen" (22 Uhr 15).

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