ATOMARE VERSEUCHUNG : Kann „Schwarze Erde“ gegen Radioaktivität eingesetzt werden?

Terra Preta, die „schwarze Erde“, kann einmal eine wichtige Rolle im globalen Klimaschutz spielen. Denn wenn man

Biomasse verkohlt und als

Dünger dem Boden zuführt,

entzieht man der Atmosphäre Kohlenstoff, der dann nicht mehr zur Erwärmung des Planeten Erde beitragen kann.

Gegen Radioaktivität hilft Terra Preta nicht. Im Gegenteil. Dieser Boden würde die Radioaktivität absorbieren, weil die organischen Anteile in dieser Erde sehr hoch sind, erklärt Konstantin Terytze, Professor am Fachbereich Geowissenschaft der Freien Universität Berlin und Leiter des „Terra Preta“-Projektes.

Vermutlich viel zu teuer, aber theoretisch und praktisch machbar sei es dagegen, radioaktive Böden zu entsorgen. Eine Schicht von 30 Zentimetern müsste ausgekoffert werden,

so Terytze. Eine zweite Variante: Der Boden könnte abgedeckt werden, um die weitere Verbreitung radioaktiver Partikel zu verhindern. „Ein schwerer lehmiger Boden müsste das sein“, so Terytze. Dieser würde im Zuge von Bodenerosion nicht einfach weggeweht werden. Bepflanzen sollte man die radioaktiv verstrahlten Flächen natürlich nicht: Die Radioaktivität würde sich über die Pflanzenwurzeln wieder einen Weg ins Freie bahnen. Teer, Benzin und Sprengstoffe sind dagegen organische Stoffe, die von Mikroorganismen durchaus abgebaut werden können. F.W./Bü.

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