Zeitung Heute : Auf dem Schulhof: Das Anti-Pokémon

Pascal Paul Scheub

Einer meiner Schulfreunde tauscht auf dem Schulhof nur noch Pokémon-Karten. Deshalb war mir auch mulmig, als ich gehört habe, dass die Digimons eingeführt wurden. Was soll man mit ihnen mehr machen als tauschen?

Pikatchu ist der beliebteste von allen Pokémons. Ash, das ist ein Junge, besitzt Pikatchu. Sie erleben eine Menge Abenteuer. Das hab ich im Fernsehen gesehen, als ich bei meiner Hortfreundin zuhause war. Die Mädchen sind nämlich auch scharf auf Pokémons. Nur meine Hortfreundin nicht.

Inzwischen gibt es auch eine Menge Spielsachen mit Pokémons. Sogar Pokémon-Lampen und Pokémon-Hemden. Schon in der Vorschule habe ich die gesehen. Von Gogos hör ich jetzt nur noch alle Jubelwochen. Wahrscheinlich wird demnächst auch noch die Pokémon-Uhr eingeführt, ein Pikatchu-Wecker oder Pokémon-Eis, und dann wird es wirklich zuviel.

Irgendwie stören mich die Pokémons. Zum Beispiel ihre Kämpfe. Die Attacken und Namen wirken sich auf andere Spiele aus, zum Beispiel das Raketenspiel von meinem Schulfreund. Ich will mit ihm spielen und nicht immer zugucken, wie er seine Pokémonkarten tauscht. Ich habe zu ein paar Kindern gesagt: Bald wird euch der Spaß an diesen Sachen vergehen. In den klugen USA haben immer mehr Kinder herausgefunden, dass Pokémons nichts wert sind. Der Verkauf sinkt deutlich ab. Die Kinder glauben mir nicht.

Und dann reden sie auch noch im Schulunterricht von den Pokémon-Karten. Die einen sagen, eine bestimmte Packung ist 28 Mark wert, die anderen sagen 30. Dabei könnte man die alle abschaffen.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!