Zeitung Heute : Auf dem Weg ins Unglück

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Die Arbeitgeber wollen nicht mehr für Unfälle auf dem Weg zu und von der Arbeit zahlen. Was könnte eine entsprechende Versicherung die Arbeitnehmer kosten?

43 Millionen Kunden, aber keiner zahlt etwas – das ist das Prinzip der Unfallversicherung. Sie ist, wie die Pflege oder die Arbeitslosenversicherung, eine Sozialkasse. Doch finanziert wird sie allein von den Arbeitgebern – und nicht, wie alle anderen Zweige der Sozialversicherung, hälftig vom Betrieb und den Beschäftigten. Das aber stört die Arbeitgeber – sie mussten allein 2003 neun Milliarden Euro auf die Konten der Unfallversicherung überweisen. Angesichts von Wettbewerb und Kostendruck sei das zu viel, monieren sie – und schlagen eine neue Art der Finanzierung vor: Wenn ein Unglück auf dem Weg zur Arbeit passiert, soll nicht mehr die Unfallversicherung für die Kosten aufkommen, sagt Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Denn die Firmen könnten nicht für etwas haftbar gemacht werden, auf das sie keinen Einfluss haben. Die Rechnungen für Klinik, Rehabilitation oder Berufsunfähigkeitsrenten sollten stattdessen aus einem anderen Topf beglichen werden. Es geht um eine Milliarde Euro. Denkbar wäre, dass jeder Beschäftigte sich privat gegen Wegeunfälle absichern muss. Das würde Schätzungen zufolge bis zu 30 Euro pro Kopf und Jahr kosten. Ein anderer Weg wäre, dass die Krankenkassen zahlen – und so ein Teil der Unfallversicherung paritätisch finanziert würde. brö

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