Zeitung Heute : Auf der Couch

Der Tagesspiegel

Etwas Fantasie braucht der Betrachter schon: Das Sofa ist rot, so rot wie die Bildungspolitik des Senats und auch so rot wie das Parteibuch von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Gestern begab sich Thierse vor seinem Reich, dem Reichstagsgebäude, auf die Couch. Dort diskutierte er mit katholischen Schülern aus Pankow.

Der Bund der katholischen Jugend (BDK) hatte am selben Tage des Startschuss für die Kampagne „Wahl 2002 - Wir bleiben dran!“ gegeben. Gleichzeitig begannen die katholischen Jugendverbände eine Wette, dass sie es schaffen werden, mit Kandidaten und Kandidatinnen aller Wahlkreise für den Deutschen Bundestag im Vorfeld der in diesem Jahr anstehenden Bundestagswahl zu sprechen.

Thierse ließ den Tag ebenfalls nicht ungenutzt verstreichen. Er forderte den rot-roten Berliner Senat auf, freie Schulen bei Sparmaßnahmen nicht stärker in die Pflicht zu nehmen als staatliche Schulen. Das sei „ein Gebot der Fairness“. Allerdings müsse angesichts der „katastrophalen“ Finanzsituation der Stadt auch im Bildungsbereich und bei kirchlichen Schulen gespart werden. Kein Bereich könne ganz ausgenommen werden.

Der Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED), Walter Eykmann, kritisierte, die geplanten Kürzungen stellten „letztlich einen Angriff auf die katholische und evangelische Kirche dar“. Die freien evangelischen und katholischen Schulen seien „ein wesentliches Markenzeichen unserer Kirchen“, betonte Eykmann. Bei den Kürzungsplänen handele es sich „eindeutig um einen Kulturkampf auf dem neuen Feld der Bildung“. fk

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