Zeitung Heute : Auf der Flucht

Viele Iraner haben Angst vor Strafe – und kommen nach Deutschland

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Seit Jahrzehnten ist Iran eines der Länder, aus denen die meisten Asylbewerber stammen. Insgesamt ist die Zahl der Antragsteller in Deutschland zwar rückläufig: Das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge verzeichnete zwischen Januar und Mai 2003 über ein Viertel weniger Gesuche als im Vorjahreszeitraum. Doch die Zahl der Asylsuchenden aus Iran schwankt eher kontinuierlich, als dass sie sich langfristig verringert. Unter den rund 85 100 in Deutschland lebenden Iranern befinden sich laut Ausländerzentralregister derzeit mehr als 8400 in Asylverfahren. Viele sind aus politischen Gründen hier, ihr Durchschnittsalter liegt bei 29. Auch der 28jährige Ali Barzegar-Aslani aus Karlsruhe ist vor den Staatsorganen geflohen. Nach seinen Angaben schlug er sich nach Deutschland durch, als er im Jahr 1999 vom Geheimdienst bedrängt wurde, nachdem er Oppositionelle vor einem Verfahren gegen sie gewarnt hatte. Zu oft hatte er von Folter und Todesstrafen gehört, denen vor allem Studenten zum Opfer gefallen waren. Doch Ali ist zuversichtlich, einmal in sein Land zurückzukehren. Er gibt der Regierung nur noch wenige Jahre, bis sich das Volk von ihr befreit. „Die Menschen werden kämpfen, das ist die einzige Chance für eine gute Zukunft“, sagt Ali. rem

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