Zeitung Heute : Auf der Pirsch nach dem Profi Suchmaschinen im Internet helfen,

den passenden Anwalt zu finden. Doch auch die „Chemie“ muss stimmen Schon am Telefon ruhig nach den Kosten fragen

Wohin der Hase läuft kann man in einer Erstberatung klären. Die kostet maximal 190 Euro plus Mehrwertsteuer, oft weniger. Foto: picture-alliance/Bergsteiger
Wohin der Hase läuft kann man in einer Erstberatung klären. Die kostet maximal 190 Euro plus Mehrwertsteuer, oft weniger. Foto:...Foto: picture alliance / Bildagentur-o

„Ich kenn’ da einen tollen Anwalt!“ Wer das von Freunden oder Bekannten hört, sollte die Ohren spitzen. Denn wer weiß, wann man selbst einmal einen Rechtsberater braucht. „Mundpropaganda ist natürlich der beste Weg, einen Rechtsanwalt zu finden“, sagt Ulrich Schellenberg, Vizepräsident des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) und Vorsitzender des Landesverbandes Berlin. „Aber es gibt auch andere Möglichkeiten.“

Bei über 12 700 Rechtsanwälten allein in Berlin fällt die Auswahl schwer. Zunächst können die guten alten „Gelben Seiten“ helfen, in denen Anwälte mit ihren Arbeitsgebieten aufgelistet sind. Auch Suchdienste im Internet spielen eine große Rolle. Anwaltsdatenbanken findet man zum Beispiel beim Berliner Anwaltsverein (www.berliner-anwaltsverein.de, (Rubrik „Anwaltssuche“), der Rechtsanwaltskammer Berlin (www.rak-berlin.de, Rubrik „Für Rechtsuchende“) oder bundesweit unter www.anwaltsauskunft.de. Überall kann man nach verschiedenen Kriterien suchen: Ort, Postleitzahl, Fachgebiete oder Sprachkenntnisse. „In unserer Anwaltssuche gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit, Schlagworte wie ,Autokauf‘ oder ,Scheidung‘ einzugeben“, sagt die Präsidentin der Rechtsanwaltskammer Irene Schmid.

Liegt der Fall komplizierter oder möchte man generell einen juristischen Vertreter mit viel Erfahrung auf einem Rechtsgebiet, könnte ein Fachanwalt die richtige Wahl sein. „Diesen Titel verleiht die Kammer, wenn ein Anwalt mindestens drei Jahre zur Anwaltschaft zugelassen ist und besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen auf einem Fachgebiet nachweisen kann“, erklärt Schmid. „Außerdem muss er sich kontinuierlich fortbilden.“ Derzeit können sich Anwälte in 20 verschiedenen Rechtsgebieten spezialisieren – von Arbeitsrecht über Miet-, Steuer- oder Familienrecht bis hin zu Urheber- und Medienrecht. Maximal drei Fachanwaltstitel darf man führen.

Neben der fachlichen Qualifikation müsse aber auch die „Chemie stimmen“, meint Ulrich Schellenberg. „Man muss menschlich miteinander auskommen, das ist ganz wichtig.“ Um dies beurteilen zu können, sei ein persönliches Gespräch wichtig. „Eine solche Erstberatung ist gar nicht so teuer, wie viele Leute denken“, meint Schellenberg. Die Kosten richten sich dabei nach dem Streitwert und dürfen höchstens 190 Euro plus Mehrwertsteuer betragen. Es kann aber auch sein, dass man mit 30, 40 oder 50 Euro dabei ist. „Haben Sie keine Scheu, vorher am Telefon nach den voraussichtlichen Kosten zu fragen“, rät Schellenberg. „Da ist nichts dabei und das ist Ihr gutes Recht.“

Im Rahmen eines Erstgesprächs kann man sich kennenlernen, den Sachverhalt gemeinsam aufbereiten und sich schon einmal erste Tipps holen. Überträgt man dem Anwalt das Mandat, werden die Kosten für die Erstberatung auf die weiteren Gebühren angerechnet.

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