Zeitung Heute : Auf der Schleimspur unterwegs

Die Spanische Wegschnecke ist auf dem Vormarsch

Der triefnasse Sommer bringt eine Schneckenflut in Deutschlands Gärten mit sich. „Sagen wir mal, es ist ein guter Schneckensommer“, sagt Julian Heiermann, Zoologe vom NABU Deutschland. Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (Berlin) äußert sich drastischer: „Im Frühsommer war es noch eine gefühlte Plage, aber mittlerweile ist die Plage echt.“

Vor allem die eingewanderte Spanische Wegschnecke breitet sich derzeit munter aus. Den orangefarbenen Tieren schmeckt fast alles Gemüse und Grünzeug, und sie vermehren sich mit bis zu 400 Eiern pro Jahr rasant. „Und sie haben bei uns keine natürlichen Feinde“, erläutert Wagner. Igel, Störche, Spitzmäuse oder Reiher, sonst bewährte Schneckenräuber, verschmähen die Spanische Wegschnecke wegen ihres besonders zähen, bitteren Schleims.

Aber auch heimische Nacktschneckenarten, wie die grau-schwarze Ackerschnecke oder die gelblich-graue bis braune Gartenwegschnecke, machen vielen Gärtnern derzeit Ärger.

Um Salat, Erdbeeren oder Stauden zu retten, ist nach Auffassung Wagners das Einsammeln der Nacktschnecken die Methode der Wahl. Auch Schneckenzäune seien wirksam, jedoch teuer und nur für kleine Beete sinnvoll. Die Methode „In die Tüte und in die Tonne“ ist Tierquälerei, weil die Schnecken ersticken. Dem seien ein beherzter Schnitt mit der Gartenschere oder das Überbrühen mit heißem Wasser vorzuziehen. dpa

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