Zeitung Heute : Auf der Suche nach dem letzten Hosenknopf

Der Tagesspiegel

Betrifft: Muss die Oper wirklich soviel kosten?

Wirklich interessant und nachvollziehbar, wie der Aufwand im Opernhaus – wie in jeder Behörde der öffentlichen Verwaltung – betrieben wird, aber völlig irrelevant für die Alimentationsdiskussion in unserer Stadt. Kein normaler Mensch kann wohl verstehen, warum bei der Suche nach dem letzten wegzurationalisierenden Hosenknopf in der letzten Zeit die drei Opernhäuser im Bestand überhaupt nicht angekratzt werden. Dabei ist eine Einstiegsreduzierung von 3 auf 2 Häuser nach Ost-West-Proporz 1:1 mit den Händen zu greifen (auch wem es 13 Jahre nach der Einheit nicht passt: Das ist Realpolitik!). Von Erhöhung der Einnahmen reden alle, nur in Verbindung mit den verursachten Kosten soll man es wohl nicht betrachten (das wäre Markt- und Betriebswirtschaft!): Jeder subventioniert als Steuerzahler dieses exklusive Vergnügen für wenige, bezahlen sollen aber alle. „Volkskunst“ für die breite Masse war Oper nie und wird sie nie sein, die findet sonnabends um 20.15 Uhr im deutschen Fernsehen statt.

Andreas Fuchs, Berlin

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