Zeitung Heute : Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

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Hackescher Markt, Checkpoint Charlie, Potsdamer Platz, Museumsinsel, Pfaueninsel – wer die Sehenswürdigkeiten von Berlin entdecken will, sollte sich ein paar Tage Zeit nehmen. Aber nicht alles ist so offensichtlich, auf Plätzen, in Städten. Die Reste der Berliner Mauer zum Beispiel. Virtuell zumindest sind sie jetzt unsterblich. Auf einer interaktiven CD-ROM lassen sich alle neun bedeutenden Mauerorte der Berliner Innenstadt in ein paar Sekunden erschließen – zu Hause am Computer.

Ein Klick, und alle Himmelsrichtungen stehen offen, samt übersichtlicher Navigation zu den Themen der geteilten Stadt: „Reisen von Berlin nach Berlin“, „Fluchten, die Geschichte schrieben“, „Befehle und Dienstvorschriften der Grenzer“, „Bruchstücke – die Mauer heute“, „Gliederung und Aufbau der Sperranlagen“, „Entscheidende Augenblicke – Bau und Fall der Mauer“. An jedem Ort stehen drei Ansichten zur Auswahl: „heute“, „damals“ und „tour“. Wer es spielerischer mag, kann sich an einem Mauer-Memory ausprobieren. Die CD-ROM ist die Diplomarbeit des 25-jährigen Mediengestalters Carsten Moritz. Am 13. August, dem 41. Jahrestag des Mauerbaus, wird sie in der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund vorgestellt – auch wenn noch nicht jeder virtuelle Ortswechsel reibungslos funktioniert, und die Scheibe im Handel noch nicht erhältlich ist. „Ich hoffe, dass die CD-ROM mit finanzieller Unterstützung im nächsten Jahr auf den Markt kommt“, sagt Carsten Moritz.

Ein neuer Spaziergang durch Berlin, eine Entdeckung durch die Zeit: virtuell. Wer weiß, wie lange die Mauerorte noch zu sehen sind: in Wirklichkeit. (Screenshots: privat)meh

Infos im Internet:

www.mo-ca.de/diplom/berliner-mauer.pdf

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