Zeitung Heute : Auf die Nerven

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Anästhesie meint so viele Empfindungslosigkeit oder Schmerzlosigkeit und ist nicht mit völliger Betäubung gleichzusetzen.

Nur eine Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose (ebenfalls aus dem Griechischen: steif, betäubt) versetzt den Patienten in einen Zustand der Bewusstseins und Schmerzlosigkeit. Oft gehört dazu auch die Erschlaffung der Muskulatur. Um diese Ziele zu erreichen, werden dem Patienten heute meist mehrere Mittel gleichzeitig verabreicht. Bei längeren Eingriffen sorgt die Intubation, das Legen eines Luftröhren-Schlauchs, durch den Sauerstoff und Narkosegase gegeben werden können, für die Freihaltung der Atemwege. Für kleinere Eingriffe werden zum gleichen Zweck neuerdings Kehlkopfmasken (Larynxmasken) eingesetzt.

Bei einer Regionalanästhesie wird nur ein Bereich des Körpers schmerzunempfindlich gemacht, ohne dass der Patient deshalb das Bewusstsein verlieren müsste. Es werden gezielt schmerzleitende Nervenbahnen ausgeschaltet, so dass keine Erregungen weitergeleitet werden können. Für die Periduralanästhesie (kurz: PDA) wird ein dünner Kunststoffschlauch unter örtlicher Betäubung über eine Hohlnadel in ein rückenmarksnahes Gebiet gelegt. Der Unterkörper wird gefühllos, der Patient bleibt jedoch bei Bewusstsein, über den Katheter kann auch nach dem Eingriff der Schmerz weiter ausgeschaltet werden. Die Methode wird heute auch in der Geburtshilfe angewandt. Dann wird so dosiert, dass die Gebärende Presswehen noch spürt und in der Austreibungsphase mitarbeiten kann.

Lokalanästhesien betäuben gezielt Nervenbahnen durch vor Ort eingespritzte Medikamente, bevor eine Wunde genäht wird oder der Zahnarzt „den Nerv trifft“.

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