Zeitung Heute : Auf ein Neues

Lieber weiterbilden als stempeln

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Ina Kroner ist ein Energiebündel, das nicht gerne die Hände in den Schoß legt. Arbeitslosigkeit ist für sie kein Schicksal, sondern allenfalls ein vorübergehender Zustand. Die Alleinerziehende hat drei Kinder und eins davon lebt noch zu Hause. Mit 17 Jahren – und noch zu DDRZeiten – ließ sie sich zwei Jahre zur so genannten Wirtschaftskauffrau ausbilden. Das entspricht der westdeutschen Bürokauffrau. Bis 1988 arbeitete sie in diesem Beruf. Dann zog sie nach Sachsen-Anhalt und arbeitete in einer Sparkasse als Servicekraft, an der Kasse und in der Beratung. Später zog sie ins Sauerland und arbeitete nach kurzer Arbeitslosigkeit als Büroallroundkraft. Doch der Firma ging es schlecht und konnte sie irgendwann nicht mehr bezahlen. Kroner ließ sich nicht entmutigen und zog zurück nach Berlin und absolvierte schließlich eine vom Arbeitsamt vermittelte Umschulung als Rechtsanwalts- und Notar-Fachgehilfin. Die Umschulung absolvierte Kroner im Handumdrehen, denn: „Ich bin sehr wissenshungrig und habe den ganzen Lehrstoff wie ein Schwamm aufgesogen.“ 1999 schloss sie die Ausbildung mit „sehr gut“ ab. Seitdem arbeitet sie in einer Anwaltskanzlei in Prenzlauer Berg. Nebenbei jobbt Kroner seit vergangenem Jahr selbstständig als Büroservicekraft für Einzelunternehmen, „denn irgendwoher muss das Geld ja kommen.“ kaw

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