Zeitung Heute : Auf Hasen warten

Till Hein

Wie ein Neuberliner die Stadt erleben kann

Ich gehöre zu den Menschen, die sich ständig Fragen stellen: Ist das Gegenteil einer großen Wahrheit auch wahr? Welche Form hat das Weltall? Ist Jesus Canneloni tatsächlich kein Künstlername? Jemand wie ich braucht erfahrene Hasen zur Orientierung. Wie gut, dass es das Supatopcheckerbunny gibt!

Besonders viele Fragen habe ich zum Kulturbereich. Neulich war ich zum Beispiel in der Akademie der Künste: Ein Schwarzer schlurfte auf die Bühne und erzählte, wie er mal ein Bürogebäude abgefackelt habe. Zwischendurch kratzte er sich ausgiebig am Gemächt. Ein weiterer Mann begleitete das Ganze mit seltsamen elektronischen Geräuschen. Sollte diese Performance zum Ausdruck bringen, dass selbst Schwarze und Musik manchmal unangenehm sein können?

In Basel war das mit der Kunst leichter. In meiner alten Heimat gab es nur drei oder vier Kulturfuzzis, was die so trieben, kannte man. Aber in Berlin? Fragen über Fragen! Es reicht nicht, nur allerlei zu sehen. Man muss es auch verstehen. So wie das Supatopcheckerbunny.

Manche Leute behaupten, die Bunny Lectures seien eine Art Harald-Schmidt-Show für Arme. Mag sein. Aber eher kommt bekanntlich ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in den Himmel. Ich vermisse Schmidt natürlich auch, aber weniger als das Supatopcheckerbunny.

Im August ging es bei Bunny um das Tabuthema „Ernährung“. Immer nach dem Motto „Genmais – erst mal besser machen“.

Wirklich schlimme Speisen, kenne ich aus eigener Erfahrung. Neulich habe ich im Spreewald etwa das Gericht „Warme Ecke“ gekostet: Eine Scheibe Vollkornbrot mit Meerrettich bestrichen, einem Steak drauf und einer klebrigen Sauce drüber, die sie im Spreewald „Letscho“ nennen. Das Ganze lauwarm, dazu eine Essiggurke. Bunny und seine Freunde haben noch viel speziellere Dinge live gekocht. Nach einem Originalrezept aus Alaska etwa: Marshmallows und Erdnüsse in Mayonnaise und Schlagsahne, auf Salatblättern serviert.

Nur noch 20 Mal schlafen, dann wird Supatopcheckerbunny wieder zu uns sprechen! Und zwar über „Die Jugend von heute“. Hoffentlich auch bald mal zum Tabuthema „Kultur“.

Nächste Bunny Lecture: 29. September, ab 20 Uhr im nbi, Schönhauser Allee 157.

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