Zeitung Heute : Auf Nummer Sicher

Aus dem Kempinski-Eck wurde Reinhard’s – doch Überraschungen bleiben aus

Elisabeth Binder

Das ehrwürdige alte Kempinski-Eck zu renovieren, war vermutlich kein schlechter Gedanke. Aber es gleich wegzugeben, das stürzt alte Fans in Verwirrung. Nach langen Umbauarbeiten gibt es im Reinhard’s, wie es jetzt heißt, eine obere und eine untere Abteilung.

Oben gibt’s nun auch eine Terrasse mit höherer Aussicht, höheren Preisen, häufiger lächelndem Service, Hummersalat à la Loriot (also übersichtlich), Crémant mit Cérise und Lavendel und Entenstopfleber. Vor allem Letzteres verrät, dass die neuen Betreiber den altmodischen Touch dieses Ortes in der falschen Ecke suchen.

Auf der ebenerdigen Terrasse werden internationale Nummer-Sicher-Hits geboten, leider nichts Berlinisches. Der Materialeinsatz ist im Vergleich zu den deftigen Preisen sparsam: Blattsalate mit drei Avocadoscheiben, zwei Orangenfilets, einigen Sprossen und einer halben Handvoll bleicher Garnelen (8,70 Euro), Lachstatar zu einem extrem kompakten Küchlein zusammengepresst (9,50 Euro), Jakobsmuscheln (15 Euro), Kabeljaufilet (17 Euro). Leider stehen nur zwei Desserts zur Wahl: „Zweierlei Schokoladenmousse mit Aprikosenkompott“ und „Rohmilchkäse aus Frankreich mit Feigensenf“. Da fragt man sich, warum nicht mal was aus den guten Käsereien in Brandenburg auf den Tisch kommt.

— Kurfürstendamm 7, Telefon: 2045 45 45, tägl. 6.30 bis 2 Uhr

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