Zeitung Heute : Auf Nummer sicher

Hypothekenzinsen sind so niedrig wie selten zuvor – da lohnen sich Darlehensverträge, die den günstigen Zinssatz für viele Jahre festschreiben

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Da ist sie endlich – die Traumimmobilie! Für den einen ist es die schicke Maisonette-Wohnung mit Blick über die Dächer der Stadt. Für den anderen das Häuschen im Grünen mit Apfelbaum im Garten und S-Bahn-Anschluss um die Ecke. Wer auf der Suche nach den eigenen vier Wänden auf seinen persönlichen Wohntraum stößt, sollte allerdings nicht voreilig zuschlagen. Denn ohne durchdachten Finanzierungsplan kann der Traum vom Haus schnell zum Alptraum werden.

Den finanziellen Rahmen des Kaufvorhabens sollte man möglichst genau abstecken: Wie hoch sind die Gesamtkosten? Wie viel Eigenkapital steht zur Verfügung? Und wie hoch ist der verbleibende Finanzierungsbedarf? Was viele bei ihrer Kalkulation gerne vergessen: Zu den Gesamtkosten zählt nicht nur der Kaufpreis, sondern auch zahlreiche Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Makler- und Grundbuchgebühren oder Renovierungs- und Erschließungskosten. In Sachen Eigenkapital gilt: Zwischen 20 und 40 Prozent des Kaufpreises sollten selbst finanziert werden können. Wer auf Sparbriefe, Wertpapierdepots oder andere Geldanlagen mit festen Laufzeiten setzt, sollte bedenken, dass die betreffenden Beträge unter Umständen erst zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sind.

Bei der Kreditaufnahme für eine Immobilienfinanzierung hat man die Qual der Wahl. Nicht nur zwischen den verschiedenen Anbietern, sondern auch zwischen unterschiedlichen Finanzierungsmodellen. Angebote vergleichen und sich beraten lassen, lautet daher die Devise. Zu viel Zeit sollte man sich damit allerdings nicht lassen. Denn zwei Dinge machen den Hauskauf derzeit besonders attraktiv: moderate Immobilien- und Grundstückspreise, kombiniert mit historisch niedrigen Hypothekenzinsen.

Das bestätigt auch Franziska Sebode, zuständig für das Immobiliengeschäft der Commerzbank Berlin. „Mit einem durchschnittlichen effektiven Hypothekenzins von knapp fünf Prozent sind Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit zurzeit nur noch halb so teuer wie vor acht Jahren“, sagt die Expertin. Wer genug Eigenkapital mitbringt und jetzt noch zögert, verschenkt daher unter Umständen bares Geld. Mittelfristig wird wieder mit höheren Zinsen gerechnet. Und, so Sebode: „Schon ein Anstieg um wenige Prozentpunkte kann die monatlichen Tilgungsraten erheblich in die Höhe schnellen lassen.“

Eine gute Möglichkeit, das Zinstief am Kapitalmarkt auszunutzen, sind Darlehen, bei denen man sich den niedrigen Zinssatz für die komplette Laufzeit des Vertrages

sichern kann – bei der Commerzbank sogar bis zu 30 Jahre lang. Das

machen derzeit gerade mal eine Hand voll Geldinstitute möglich. „Wer sich den aktuellen Zinssatz von effektiv 5,13 Prozent für die nächsten drei Jahrzehnte festschreiben lässt, geht wirklich auf Nummer sicher“, sagt

Sebode. „Die monatlichen Belastungen bleiben für den gesamten Zeitraum konstant, sogar wenn die Zinsen wieder steigen.“ Das gesetzliche Kündigungsrecht nach Ablauf von zehn Jahren bleibt dabei natürlich

bestehen. Weiterer wichtiger Punkt bei der Finanzierungsplanung: Wie viel Geld steht monatlich für die

Kredittilgung zur Verfügung? Dabei sollten nicht nur die allgemeinen

Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden, sondern auch laufende Kosten für Energie, Grundsteuer oder Versicherungen. Wer derart umsichtig plant, dürfte vor bösen Überraschungen weitgehend sicher sein – und kann sich stattdessen darauf

konzentrieren, sein neues Heim in vollen Zügen zu genießen.

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