Zeitung Heute : Aufatmen

Wie ein Partygänger Berlin erleben kann

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Die Berliner Partygänger können aufatmen: In wenigen Wochen dürfte die Clubnotlage endgültig vorüber sein. Denn drei neue Clubs werden eröffnet. Das heißt, an den Wochenenden ist ein luxuriöses Feier-Programm zu erwarten. Ganz im Stile einer richtigen Großstadt. Vorbei die Zeit, in der man sich an den Wochenenden über das mickrige Angebot wundern, und ja, gelegentlich schon fast schämen musste. Wenn zum Beispiel partyhungriger Besuch von außerhalb kam, und man den immer nur ins Cookies führen konnte, weil es sonst einfach nichts Interessantes gab. Jetzt werden Sie sich bald fragen müssen: Wo gehe ich heute Abend lieber hin?

Okay, zwei der drei neuen Clubs sind nicht wirklich neu – es handelt sich um das Maria und das WMF, die ihre neuen Domizile beziehen. Aber in einem anderen Ambiente und vor allem mit einem abwechslungsreicheren musikalischen Programm dürften die beiden Flagschiffe Berliner Clubkultur der Feierei neue Frische verleihen. Wie das mit dem Musikprogramm im einzelnen aussieht, ist noch nicht spruchreif, aber die neuen Orte versprechen, sehr attraktiv zu werden.

Das Maria etwa bezieht die Räume des ehemaligen Deli in Friedrichshain. Der Club musste vergangenen Winter wegen diverser Behördenprobleme schließen, jetzt lässt Maria-Chef Ben de Biel den Laden komplett umbauen, um ihn am 5. Oktober wieder zu eröffnen. Im neuen Maria gibt es eine Terrasse mit Spreeblick, einen großen Dancefloor mit Separées, ein richtig amtliches Sound System und als Interieur den altbewährten reduziert-gemütlichen Maria-Chic. Keine Frage, das klingt alles recht viel versprechend.

Das WMF zieht in die Nachtbar des früheren Café Moskau an der Karl Marx Allee. Die Lokalität bedeutet schon mal echte Hauptstadt-Grandezza: Moskau! DDR-Architektur-Moderne! Karl-Marx-Allee! Und auch die Inneneinrichtung soll recht speziell werden. Im Gespräch sind Ledercouches, geblümter Teppichboden und Wandverkleidungen im ArtDeco-Stil. Außerdem und glücklicherweise ist das neue WMF deutlich kleiner als der überdimensionierte Vorgänger in der Ziegelstraße. Entsprechend flexibler und innovativer wird auch das Musikprogramm ausfallen, denn dann müssen nicht ständig große DJ-n gebucht werden, um den Laden voll zu bekommen.

Ja, und dann ist noch eine dritte Eröffnung angekündigt, in Kreuzberg, Köpenicker Straße, ebenfalls mit Spreeblick, aber in etwas moderaterem Umfang als das neue Maria. Der genaue Ort und der Name des neuen Clubs ist noch nicht bekannt, gemunkelt wird von einem Laden für zweihundert bis zweihundertfünfzig Leute, mit zwei Tanzflächen, auf denen House, Hip Hop und Drum n’ Bass läuft. Initiiert wird der Club von einem ehemaligen WMF-DJ, also jemandem, der Ahnung hat von der Sache.

Sie sehen, wir können uns alle schon mal auf den Herbst freuen. Für dieses Wochenende habe ich allerdings keinen Tipp für Sie – die sommerliche Partypause ist noch nicht vorüber. Aber die Eröffnungstermine der neuen Berliner Clubs sind ja auch was. Mehr dazu in den nächsten Wochen. Gleiche Welle, gleiche Stelle. Daniel Haaksman

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