Zeitung Heute : Auferstanden aus Silizium - die Hardware zum Jubiläum

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Auferstanden aus Ruinen lauteten die ersten Worte der Nationalhymne der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Nicht aus Ruinen, sondern aus Silizium steht nun die DDR erneut auf - zumindest in der Abkürzungswelt der Computerhersteller. So sollen eine bestimmte Sorte von besonders schnellen 3D-Grafikkarten mit sogenannten "DDR-RAMs" ausgeliefert werden, meldete just der Newsticker des angesehenen Computer-Fachverlages Heise. Passender als gerade jetzt, quasi zum 50. Jubiläum der Staatsgründung, hätten die Hardware-Bastler die neuen Speicherbausteine mit der "Double Data Rate" - eben DDR - nicht auf den Markt kommen können. Denn mit einem "DDR-Takt" von 150 Megahertz leisten diese Speicher doppelt so viel wie ihre Konkurrenz, heißt es in der Meldung weiter. Alle Achtung, denn das ist der real existierenden DDR nicht einmal in den kühnsten Fünfjahresplänen geglückt. Doch besser noch: Während es die wahrhaftige DDR nur einmal in der Geschichte gab, wurden für den neuen Grafikchip gleich mehrere "DDR-Versionen" nahmhafter Hersteller von Multimedia-Karten angekündigt. Allerdings nicht am 7. Oktober, dem Jahrestag der Gründung der echten DDR, sondern erst für Dezember. Und da die Vorteile der doppelten Taktung bei den "DDR-Chips" technologisch sogar ein echter Durchbruch ist, dürften die drei Anfangsbuchstaben des Honecker-Reichs zumindest in Silizium gegossen auch das nächste Jahrtausend erreichen.

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