Zeitung Heute : Aufruf zum Generalstreik in der Ukraine Opposition will Neuwahlen erzwingen

Kiew - Bei ihrem Massenprotest gegen den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch in Kiew hat die Opposition zu einem landesweiten Generalstreik aufgerufen. Das kündigte der Chef der rechtspopulistischen Partei Swoboda (Freiheit), Oleg Tjagnibok, am Sonntag vor hunderttausenden Demonstranten auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz an. Die Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko will mit Dauerprotesten den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen erzwingen. „Morgen beginnen wir mit der Belagerung des Gebäudes des Ministerkabinetts“, sagte Arseni Jazenjuk von der Vaterlandspartei der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Klitschko rief die Demonstranten zum Bleiben auf. „Wir müssen das ganze Land mobilisieren und dürfen nicht die Initiative verlieren“, sagte er.

Bei Zusammenstößen nahe des Präsidentensitzes wurden nach offiziellen Angaben etwa 100 Polizisten sowie mindestens 22 Demonstranten verletzt. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Blendgranten ein. Oppositionspolitiker verurteilten die Randale Hunderter zum Teil vermummter junger Menschen. „Der Sturm des Präsidentensitzes ist eine Provokation der Regierung, um die friedliche Aktion auf dem Unabhängigkeitsplatz zu diskreditieren“, sagte Klitschko. Hier hatten Hunderttausende den Rücktritt von Präsident Viktor Janukowitsch sowie einen EU-Kurs ihres Landes gefordert. Die Polizei hielt sich hier zurück. Berichten zufolge begannen Demonstranten damit, auf dem Platz Zelte aufzustellen wie bei der prowestlichen Orangenen Revolution vor neun Jahren. dpa/AFP

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