Zeitung Heute : Aufs Desinfizieren achten „Aktion Saubere Hände“ in Krankenhäusern

Hedwig François-Kettner

Im April 2005 wurde das Aktionsbündnis Patientensicherheit gegründet. In dem unabhängigen Netzwerk engagieren sich seither Hunderte Ärzte, Pfleger, Patientenvertreter und medizinische Institutionen für eine sichere Patientenversorgung in Deutschland. Gemeinsam werden konkrete Lösungsvorschläge, wie die Patientensicherheit in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verbessert werden kann, erarbeitet.

Die Hygiene gehört zu den „Dauerbrennern“. Mit verschiedenen Mitteln setzten wir uns seit Jahren für eine Verbesserung der hygienischen Bedingungen in Gesundheitseinrichtungen ein. Warum? Weil es in Deutschland viel zu viele Krankenhausinfektionen gibt. Da ein großer Teil dieser Infektionen über Hände übertragen wird, gehört die regelmäßige Händedesinfektion zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

Aus diesem Grund hat das Bündnis im Januar 2008 zusammen mit anderen Partnern die „Aktion Saubere Hände“ ins Leben gerufen. Wer hat nicht schon mal im Krankenhaus oder beim Arzt ein Plakat mit dem Slogan „Aktion Saubere Hände – Keine Chance den Krankenhausinfektionen“ gesehen? Die nationale Kampagne ist sicher das bekannteste Engagement auf diesem Gebiet. Ziel ist, das medizinische Personal zu einer häufigeren Händedesinfektion zu motivieren, insbesondere zwischen den Patientenkontakten.

Unterstützt vom Bundesministerium für Gesundheit haben die Akteure der Aktion in den letzten drei Jahren wesentliche Erkenntnisse publiziert, Schulungen veranlasst und Kampagnen initiiert. Die Aktion hat mittlerweile viele Anhänger gefunden, über 750 Krankenhäuser und stationäre Einrichtungen wie Rehabilitationskliniken und Alten- und Pflegeheime beteiligen sich daran, aber auch zahlreiche ambulante Einrichtungen sind dabei.

Auf der Webseite www.aktion-sauberehaende.de werden die erfolgreichen Einrichtungen vorgestellt. Je nachdem, inwieweit sie ihr Bekenntnis zur Händehygiene verbessern konnten, gibt es ein Zertifikat in Gold, Silber oder Bronze. So wird der Erfolg für alle sichtbar. Gemessen wird vor allem der Verbrauch der alkoholischen Händedesinfektionsmittel pro Patiententag. Unter anderem durch diesen Leistungsvergleich wurde in den 152 Krankenhäusern, die seit 2007 kontinuierlich ihren Händedesinfektionsmittel-Verbrauch erfasst haben, innerhalb von drei Jahren eine Steigerung von 36 Prozent beobachtet. Wenn man bedenkt, wie schwer es ist, langjährige Gewohnheiten von Tausenden von Mitarbeitern zu ändern, ist das ein gutes Resultat. Die „Aktion Saubere Hände“ macht deshalb weiter – das ist zumindest für die nächsten drei Jahre eine fest beschlossene Sache. Hedwig François-Kettner

Die Autorin ist Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und Pflegedirektorin der Charité

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