Zeitung Heute : Auftragsarbeit

Vorauswahl durch Berater

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Hinter den Anzeigen von Personalberatern stecken Firmen, die sich nicht gleich zu erkennen geben wollen. Vielleicht ist der bisherige Stelleninhaber noch im Amt, vielleicht sollen die Belegschaft oder die Konkurrenz nicht vorzeitig alarmiert werden.

Personalberater schätzen es häufig, wenn interessierte Bewerber nicht gleich eine umfangreiche Bewerbungsmappe schicken, sondern zunächst in der Beratungsgesellschaft anrufen. „Seriöse Berater bieten immer den Telefonkontakt, und diese Möglichkeit sollte man nutzen,“ rät Heide H. Huck, Geschäftsführerin der SCS Personalberatung in Frankfurt. „Das ist die erste Chance, positiv aufzufallen.“ Denn der Berater führt höchstwahrscheinlich eine Telefonliste und notiert, welchen Eindruck er vom Bewerber gewonnen hat. Deshalb lieber nicht gerade dann anrufen, wenn die Stimmung am Boden liegt oder rings umher der Bürolärm tobt.

Der Personalberater weiß genau, worum es bei der Stelle geht und wen sich sein Kunde als Idealkandidaten vorstellt. Im Telefongespräch lässt sich herausfinden, ob die Anzeige tatsächlich das hält, was der Bewerber erwartet. Selbst wenn der Berater bei diesem Erstkontakt noch nicht mit dem Namen des Unternehmens herausrückt, bekommt man weitere Informationen zur Branche, zur Region oder zum Grund für die Stellenausschreibung. Nur die Frage nach dem Gehalt, womöglich nassforsch schon nach zwei Minuten, ist ein klares Tabu.

„Durchaus erlaubt ist dagegen die Bewerbung auch für solche Positionen, für die man sich momentan noch gar nicht eignet,“ ermutigt Huck. Denn Personalberater speichern alle Rückläufer auf eine Anzeige in ihrer Kandidaten-Datei. Schließlich kann niemand dem Berater verbieten, sich später an den Anrufer zu erinnern – wenn er einen anderen Auftrag hat. chd

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