Zeitung Heute : Aus dem wahren Leben

Der Tagesspiegel

Das Lieblingsbuch von Anwälten sei eindeutig „Robinson Crusoe“, behauptet die Verlagsleiterin von rowohlt Berlin, Siv Bublitz. Warum? Klar, weil die Geschichte frei erfunden ist, sie Ende des 17. Jahrhunderts spielt und nur zwei Leute überhaupt darin vorkommen. Also kein Ärger mit Persönlichkeitsrechten.

Bei Jana Simons jüngst erschienenem Buch „Denn wir sind anders“ hätten die Anwälte richtig viel zu tun gehabt, verriet die Verlagsleiterin bei der Präsentation am Donnerstagabend im Oxymoron. Das Buch -Reporterin handelt von der „Geschichte des Felix S.“, ihrem dunkelhäutigen Jugendfreund, der in der DDR als kleiner Junge wegen seines „exotischen“ Aussehens verprügelt worden ist und sich später selbst mit seinen Hooligan-Kumpels von einer Kneipe in die nächste geschlagen hat.

40 bis 50 noch lebende Personen kommen darin vor, die Handlung ist real, der Zeitraum reicht ins Jahr 2000 hinein. Dank der Anwälte sei das Buch nun „wasserdicht bis Karlsruhe“. Einige der Mitwirkenden, darunter auch die Großeltern von Felix, Jeannette und Arnold S., waren bei der Präsentation dabei. Felix hätten die Veranstalter auch gerne dabei gehabt, „doch er hatte sich entschieden, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen.“

Dann gab’s Kostproben, allerdings nicht von der Autorin selbst. Das übernahm die Schauspielerin Anna Thalbach. Jana Simon versteckte sich derweil ganz bescheiden in der Menge und kam erst hinterher auf die Bühne. „Es wäre sehr schwierig für mich gewesen, selbst zu lesen, vor allem weil Jeannette und Arnold hier sind“, sagte sie gerührt. Dann regnete es Umarmungen. tabu

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