Zeitung Heute : Aus der persönlichen Erklärung von Manfred Bissinger

Der Tagesspiegel

„Die Woche“ war ein journalistisches Projekt. (…) Als wir starteten, hatten wir unendlich viele gute Ideen. Nachträglich gesehen, haben wir uns vielleicht zu viel vorgenommen. Eine Zeitung als Quadratur des Kreises. (…) Stil bildend wollten wir sein – und waren es dann auch im Auftritt, in den Inhalten, in der Freude, eigene Meinungen zu haben. (…) Farbig wollten wir daherkommen – für Zeitungen mit seriösen Inhalten zum Zeitpunkt unserer Geburt 1993 ein völlig ungewohntes Outfit. (…) Plural wollten wir argumentieren. (…) Personen interessierten uns oft mehr noch als Strategien. (…) Im Zweifel bekannte die Zeitung sich auch zu Menschen, gelegentlich selbst zu Politikern. Roman Herzog war für uns der richtige Präsident, für ihn setzten wir uns ein; auch für Gerhard Schröder, als Mann, der Helmut Kohl ablösen könnte. (…) Wir liebten unsere Arbeit. (…) Unser Projekt ist jetzt zu Ende gegangen. Der Markt hat „Die Woche“ nicht wirklich akzeptiert. (…) Thomas Ganske hat immer wieder alles versucht, unser Überleben zu sichern. (…) Es gab nur wenige journalistische Neugründungen im deutschen Zeitungsmarkt der Nachkriegsjahre, mit denen so viel bewegt werden konnte. Journalistisch, politisch und menschlich.

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