Zeitung Heute : Ausgehtipps im Internet: Szene, Ärzte, Theater

Neu in der Stadt oder Anschluss an die In-Szene verpasst? Das weltweite Datennetz hilft bei der Suche nach der Kneipe an der Straßenecke, dem Restaurant für das erste Rendezvous in der neuen Heimat oder mit anderen Ausgehtipps. Zahlreiche Anbieter stehen dem Internet-Surfer hilfreich zur Seite. Es gibt reine Datenbanken und redaktionell aufbereitete Ausgeh-Tipps, die bis zum ausgetüftelten Städtereisebericht reichen. Obwohl die Daten im World Wide Web weltweit vernetzt sind, recherchieren die Netzsurfer zunehmend nach lokalen Informationen.

So hat der CityGuide der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Max" Angebote zu deutschen Metropolen. "In den großen Städten nutzen vor allem die Einwohner das Angebot", sagt Heike Littger, als Ressortleiterin verantwortlich für den CityGuide. Den CityGuide, der früher auf Papier der "Max" beilag, gibt es inzwischen nur noch virtuell - stets redaktionell aufbereitet. "Man merkt, dass User zwischen 25 und 35 Jahren sehr an Städtereisen und Ausgehtipps interessiert sind", sagt Littger. Darauf habe der Markt reagiert.

So haben sich fast 50 Stadtmagazine unter der Adresse www.bewegungsmelder.de zusammengeschlossen, um Szenetipps für alle größeren Städte zu geben. Ticketverkauf, Kritiken und Anfahrtbeschreibungen ergänzen den Service. Ebenso versucht das überregionale Städtemagazin "Prinz", diesen Markt zu erschließen. Häufig stoßen die Surfer auf der Suche nach dem Anschluss zur lokalen Szene auch auf YellowMap. Neben Ärzten und Autowerkstätten findet sich bei der Suche in der Datenbank auch die Lieblingseisdiele im Heimatdorf. Nach Angaben des Anbieters sind etwa 150 000 Ausgehadressen mit eingebautem Stadtplan gespeichert. Dass Internetsurfer das Lokale suchen, bestätigt auch YellowMap-Vorstandsmitglied Otmar Baur. Sein Angebot zeige, "wie das Medium Internet aus einem Branchenbuch eine spannende Sache für den täglichen Gebrauch machen kann." Das Werbemotto lautet: "Think global - act local."

Der CityGuideFinder findet neben allgemeinen touristischen Informationen zu den Städten und Karten auch Verknüpfungspunkte zum Angebot von YellowMap. CityGuideFinder versteht sich als Plattformanbieter "zum Thema Städteführer und Stadtpläne, die einheitlich strukturiert und eingebunden sind". Daneben gibt es zahlreiche regionale Anbieter. Auch Privatpersonen stellen im Internet Kneipentipps zusammen.

Zu der viel beschworenen Netzgemeinschaft mit einem stetigen Austausch kommt es bei den Szenetipps im Internet jedoch nicht. Überall, wo die Nutzer nach ihrer Meinung befragt werden, ist die Beteiligung spärlich. Wenn zur Beurteilung eines Ladens, der zum Beispiel im "Max"-CityGuide vorgestellt wird, gebeten wird, finden sich nur wenige Einträge. Solche Pin-Boards im Netz "laufen schlecht", sagt CityGuide-Ressortleiterin Littger. Wer seine Kneipe gefunden hat, kehrt offensichtlich nicht mehr ins Netz zurück, um seine Meinung zu äußern. Das tut er wohl lieber an der Theke.

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