Zeitung Heute : AUSLAND

ÄGYPTEN

Rennen um die Präsidentschaft offiziell eröffnet

Kairo - Mehr als ein Jahr nach dem Sturz von Ägyptens Langzeitmachthaber Husni Mubarak ist das Rennen um die Präsidentschaft offiziell eröffnet. Seit Samstagmorgen können sich die Kandidaten zur Wahl des nächsten Staatschefs registrieren lassen. Mehr als ein Dutzend prominente Politiker, Bürgerrechtler und Geistliche haben bereits angekündigt, anzutreten. Bis zum 8. April haben sie nun Zeit, ihre Kandidatur formell einzureichen. Die größten Chancen werden derzeit dem früheren Generalsekretär der Arabischen Liga Amre Mussa zugerechnet. Konkurrenz könnte ihm Abdel Moneim Abul Futuh machen, ein ehemaliges Führungsmitglied der Muslimbruderschaft, die im Parlament die Mehrheit hat. Der Friedensnobelpreisträger Mohammed al Baradei hatte im Januar aus Enttäuschung über die schleppende Demokratisierung in Ägypten erklärt, nun doch nicht antreten zu wollen. Gewählt wird am 23. und 24. Mai. Am 21. Juni soll nach Angaben der Wahlkommission das Ergebnis verkündet werden. Der regierende Militärrat hat zugesichert, bis Juli die Macht an ein gewähltes Staatsoberhaupt zu übergeben. dpa

JEMEN

Westerwelle verspricht Hilfe

beim Neuanfang

Sanaa - Der Jemen darf beim politischen Neuanfang auf deutsche Unterstützung hoffen. Als erster westlicher Außenminister seit dem Abgang des Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Salih kam Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Samstag in die Hauptstadt Sanaa. Deutschland stehe beim Wandel an der Seite des Landes und sei bereit zu wirtschaftlicher und politischer Kooperation und Entwicklungszusammenarbeit. „Wir werden Jemen nicht nur mit Worten helfen, sondern auch mit Taten“, sagte Westerwelle. Deutschland gehört mit 270 Millionen Euro zu den größten Geberstaaten. Er wollte in Sanaa den neuen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi treffen. Expräsident Saleh hatte sich nach 33 Jahren im Amt im November erst nach monatelangen blutigen Unruhen und Druck aus dem Ausland bereit erklärt, sein Amt niederzulegen. Der Jemen leidet unter Hunger und Armut und unter einem wachsenden Einfluss des Terrornetzwerks Al Qaida. dpa/dapd/rtr

SOMALIA

Mindestens 40 äthiopische Soldaten sterben bei Kämpfen

Addis Abeba/Mogadischu - Die radikalislamische Miliz Al Schabaab hat in Somalia bei einem Angriff auf äthiopische Truppen mindestens 40 Soldaten getötet. Das äthiopische Militär sei am Samstagmorgen in dem Ort Yurkut im Zentrum des Krisenlandes in einen Hinterhalt der Miliz geraten, berichtete der britische Sender BBC. Anschließend sei es vier Stunden lang zu schweren Gefechten gekommen. Ein BBC-Reporter sagte in der Hauptstadt Mogadischu, es handele sich um die heftigsten Kämpfe, seit die Truppen aus dem Nachbarland im vergangenen November in Somalia einmarschiert waren. Äthiopien hilft ebenso wie Kenia der somalischen Übergangsregierung und den Truppen der Friedensmission Amisom dabei, die Al Schabaab zu bekämpfen. dpa

AFGHANISTAN

USA will fünf Taliban-Führer

aus Guantánamo entlassen

Kabul - Um die Friedensverhandlungen mit den Taliban in Afghanistan zu beschleunigen, wollen die USA offenbar fünf hochrangige Taliban-Führer aus ihrem Militärgefängnis in Guantánamo entlassen. Die fünf Häftlinge sollen in das Wüstenemirat Qatar überstellt werden, wie ein Sprecher von Afghanistans Präsident Hamid Karsai am Samstag nach Angaben afghanischer Medien erklärte. epd

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