Zeitung Heute : AUSLAND

ITALIEN

Wieder sterben mehrere Menschen

bei Fluchtversuch aus Afrika

Lampedusa - Wieder haben mehrere Flüchtlinge die Überfahrt von Nordafrika nach Italien nicht überlebt. Die Küstenwache musste am Samstag etwa 70 Seemeilen südlich der Insel Lampedusa einem in Not geratenen Boot mit Dutzenden von Migranten zu Hilfe eilen. Vier oder fünf Menschen an Bord seien nach den ersten Feststellungen tot. Erst in der Nacht war ein Boot mit 54 Menschen im Hafen von Lampedusa angekommen. Sie gaben an, in Libyen abgefahren zu sein. Italien, vor allem das nur 130 Kilometer von der tunesischen Küste entfernte Lampedusa, sind seit Beginn der Umwälzungen in Nordafrika verstärkt die bevorzugte Anlaufstelle für Zehntausende von Migranten und Flüchtlingen. dpa

WEISSRUSSLAND

Todesurteil trotz internationaler Proteste vollstreckt

Minsk - Ungeachtet internationaler Proteste hat Weißrussland nach inoffiziellen Angaben einen zum Tode Verurteilten hingerichtet, der 2011 in der Minsker Metro ein Attentat verübt haben soll. Das teilte die Mutter des 26 Jahre alten mutmaßlichen Täters, Ljubow Kowaljowa, am Samstag nach Angaben der unabhängigen Minsker Agentur Belapan mit. Sie habe ein Schreiben vom Obersten Gericht erhalten, in dem sie über die Vollstreckung der Todesstrafe an ihrem Sohn Wladislaw Kowaljow informiert worden sei. Offizielle Angaben machen die Behörden nicht. Unklar war demnach das Schicksal des zweiten zum Tode Verurteilten, Dmitri Konowalow. Bei dem Anschlag waren im April vorigen Jahres 15 Menschen getötet und etwa 300 verletzt worden. Weißrussland vollstreckt als einziges Land in Europa bis heute die Todesstrafe – durch Genickschuss. Der als letzter Diktator Europas kritisierte weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko hatte eine Begnadigung der beiden 26-Jährigen abgelehnt. Nach Schätzungen von Amnesty International wurden in dem Land seit 1991 etwa 400 Menschen hingerichtet. dpa

TÜRKEI

Erdogan sagt Preisverleihung

in Bochum ab

Ankara/Bochum - Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat seine Teilnahme an der Preisverleihung des Steiger-Awards am Samstagabend in Bochum abgesagt. Als Grund habe Erdogan den Absturz eines türkischen Militärhubschraubers in Afghanistan mit 17 Todesopfern genannt, erklärten die Veranstalter. Der türkische Ministerpräsident sollte in der Kategorie Europa stellvertretend für das türkische Volk ausgezeichnet und für 50 Jahre deutsch-türkische Freundschaft geehrt werden. Die geplante Preisverleihung war zuvor von Menschenrechtsorganisationen sowie kurdischen, armenischen, assyrischen und alevitischen Verbänden kritisiert worden. Sie warfen Erdogan Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückung von Minderheiten vor. Auch der Deutsche Journalisten-Verband kritisierte die geplante Preisverleihung mit dem Verweis auf Repressalien gegen Journalisten in der Türkei. epd

CHINA

Weiterer tibetischer Mönch

zündet sich aus Protest an

Peking - Im Südwesten Chinas hat sich wieder ein buddhistischer Mönch aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik selbst angezündet. Der 20-Jährige habe sich in der Provinz Sichuan in Brand gesetzt, erklärte die Aktivistengruppe Free Tibet am Samstag. Sicherheitskräfte hätten den brennenden Mönch erst geschlagen, dann die Flammen gelöscht und den offenbar noch lebenden Mönch dann an einen unbekannten Ort gebracht. In den vergangenen zwölf Monaten haben sich rund 30 Tibeter – viele von ihnen buddhistische Mönche – aus Protest gegen die chinesische Tibet- Politik angezündet. AFP

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