Zeitung Heute : AUSLAND

IRAN

Washington im Atomstreit

zu Kompromiss bereit?

Washington - Die USA wollen im Atomkonflikt mit dem Iran offenbar Zugeständnisse machen. Wie die „Los Angeles Times“ am Samstag berichtete, erwäge die Regierung von Präsident Barack Obama, Teheran die Anreicherung von Uran bis auf fünf Prozent zuzubilligen. Im Gegenzug müsse das Land vollständigen und ungehinderten internationalen Kontrollen seines Atomprogramms zustimmen. Die Atomgespräche sollen Mitte Mai fortgesetzt werden. Für den 14. und 15. Mai sei ein neues Treffen geplant, teilte ein Sprecher der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) am Samstag in Wien mit. Der frühere Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Beth, Juwal Diskin, warf der Regierung seines Landes indes vor, die Bevölkerung hinsichtlich des Umgangs mit dem Iran zu „täuschen“. „Ich glaube nicht, dass sie in der Lage sind, mit einem solchen Ereignis umzugehen und dieses im Griff zu haben“, sagte Diskin am Samstag laut israelischen Medien mit Blick auf einen möglichen Krieg mit dem Iran über Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak. Experten seien davon überzeugt, dass ein Angriff auf den Iran das iranische Atomprogramm noch beschleunigen werde, sagte Diskin. Auch der frühere Chef des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad, Meir Dagan, warnte vor einem Angriff auf den Iran. dpa/AFP

CHINA

Peking und USA verhandeln

angeblich über Menschenrechtler

Peking - Die Flucht des blinden chinesischen Bürgerrechtlers Chen Guangcheng könnte zur Belastung der ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen den USA und China werden. „Chen genießt den Schutz der USA, gegenwärtig finden bereits hochrangige Gespräche zwischen Beamten der USA und China statt, die seinen Status behandeln“, meldet die in Texas ansässige Menschenrechtsorganisation ChinaAid. Weder die USA noch China haben das bisher bestätigt. Am kommenden Donnerstag trifft US-Außenministerin Hillary Clinton zu bilateralen Gesprächen in Peking ein. Es mehren sich die Anzeichen, dass sich der 40 Jahre alte Bürgerrechtler Chen Guangcheng nach 18 Monaten Hausarrest in der Provinz Shandong in die US-Botschaft in Peking gerettet haben dürfte. Der Pekinger Menschenrechtsaktivist, der Hu Jia nach der Flucht getroffen hat, zitiert gemeinsame Freunde, die ihm gesagt hätten: „Er ist an einem zu hundert Prozent sicheren Ort.“ Hu Jia ergänzte, es gebe „nur einen hundert Prozent sicheren Ort in China und das ist die US-Botschaft“. Als der kürzlich verstorbene Dissident Fang Lizhi sich 1989 nach der gewaltsamen Niederschlagung der Studentenproteste auf dem Tiananmenplatz in die US-Botschaft flüchtete, dauerten die Verhandlungen 13 Monate, ehe er in die USA ausreisen durfte. Allerdings sagte Hu Jia der Deutschen Presse-Agentur: „Chen Guangcheng will im Land bleiben und kämpfen.“ ben

SAUDI-ARABIEN

Bin Ladens Witwen, Kinder

und Enkel erhalten Asyl

Kairo - Nach der Abschiebung von drei Witwen sowie mehreren Kindern und Enkeln des Terrorchefs Osama bin Laden aus Pakistan hat sich Saudi-Arabien bereit erklärt, die Familie aus „humanitären Gründen“ aufzunehmen. Bin Ladens Angehörige seien ins Land gelassen worden, da sie nichts mit den Machenschaften des vor einem Jahr getöteten Al-Qaida-Anführers zu tun gehabt hätten, berichtete die arabische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ am Samstag. Die drei Witwen, neun Kinder und zwei Enkel waren am Freitag an Bord einer Sondermaschine in Saudi-Arabien angekommen. Zwei der Witwen sind Staatsbürgerinnen des Golfstaates. Die jüngste Witwe stammt aus dem Jemen. dpa

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