Zeitung Heute : AUSLAND

JAPAN

Tokio lässt zwei Atomreaktoren wieder in Betrieb nehmen

Tokio/Berlin - Nach der Abschaltung aller Atomkraftwerke des Landes fährt Japan erstmals wieder zwei Reaktoren hoch. Die Regierung in Tokio billigte am Samstag die Inbetriebnahme der beiden Atomreaktoren in der westjapanischen Stadt Ohi. Wegen der Atomkatastrophe von Fukushima im vergangenen Jahr waren schrittweise alle 50 Reaktoren des Landes vom Netz genommen worden. Die Entscheidung zu einem Neustart der Reaktoren, der in einigen Wochen vollzogen sein soll, könnte auch die Wiederaufnahme des Betriebs in anderen Kernkraftwerken beschleunigen. Die Spitze der grünen Bundestagsfraktion hatte versucht mit einem Schreiben an die japanische Regierung und an die zuständigen Gouverneure dazu beizutragen, dass die Aktomkraftwerke Oi3 und Oi4 nicht wieder angeschaltet werden. Höhn sagte dem Tagesspiegel, dass ihre Fraktion von japanischen Aktionisten um Hilfe gebeten worden sei, die befürchten, dass nach Oi auch die meisten anderen Akw wieder in Betrieb genommen werden könnten. In der vergangenen Woche übergab Höhn der japanischen Botschaft zudem Unterschriften ihrer Fraktionskollegen und Hunderter besorgter Bürger in Deutschland, die ebenfalls an die Behörden appellierten, die Akw nicht wieder anzufahren. dapd/deh

SAUDI-ARABIEN

Kronprinz Naif im Alter

von 78 Jahren gestorben

Riad - Der saudische Kronprinz Naif bin Abdelasis Al-Saud ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Dies teilte der königliche Hof in Riad am Samstag mit. Der Kronprinz sei „außerhalb des Königreichs“ gestorben. Der saudische Thronfolger litt schon seit längerem an nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen. Zuletzt hielt er sich zu Behandlungen im Ausland auf. Naif galt als erzkonservativ. In den vergangenen 36 Jahren war er Innenminister des islamischen Königreichs. Er war im vergangenen Oktober zum Kronprinzen ernannt worden, nachdem Kronprinz Sultan im Alter von 86 Jahren gestorben war. dpa

IRAN

Ahmadinedschad will sich 2013

aus Politik zurückziehen

Berlin - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad will sich nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit im kommenden Frühjahr vollständig aus der Politik zurückziehen. „Acht Jahre sind genug“, sagte Ahmadinedschad der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Ich plane, in die Wissenschaft zurückzukehren“, sagte Ahmadinedschad, der vor seiner Wahl zum Teheraner Bürgermeister im Februar 2003 an der Universität in Teheran unterrichtet hatte. Der iranische Präsident ist Wasserbauingenieur und wurde 1997 mit einer Arbeit über das Transportwesen promoviert. „Vielleicht werde ich mich an der Universität politisch engagieren, aber ich werde keine politische Partei oder Gruppierung gründen“, sagte der 55-Jährige. Nach der iranischen Verfassung darf er nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal für das Präsidentenamt kandidieren. AFP

EUROPÄISCHE UNION

Flüssigkeitsverbot in Flugzeugen

bleibt länger in Kraft

Berlin - Das Verbot, Trinkflaschen mit in Flugzeuge zu nehmen, bleibt voraussichtlich länger bestehen als von der EU zunächst vorgesehen. Die Kontrolltechnik für Flüssigkeitsbehälter mit mehr als den erlaubten 100 Millilitern sei noch nicht ausgereift, teilte das Bundesverkehrsministerium am Samstag mit. Die Bundesregierung halte es daher für unumgänglich, die zum 29. April 2013 geplante Aufhebung des Verbots zu verschieben. Die geplante Freigabe größerer Behälter war bereits bei den Flughafenbetreibern auf heftige Kritik gestoßen. dpa

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