Zeitung Heute : AUSLAND

SUDAN/SÜDSUDAN

Nachbarstaaten einigen sich

im Streit um Öl

Addis Abeba - Der Sudan und der Südsudan haben sich im Ölstreit geeinigt. Beide Staaten hätten ein Abkommen über die Transitgebühren beim Export von südsudanesischem Erdöl durch den Sudan erreicht, sagte der Vermittler der Afrikanischen Union (AU), Thabo Mbeki, am Samstag nach einer nächtlichen Sitzung des Friedens- und Sicherheitsrats des Staatenbundes. „Das Öl wird bald wieder fließen“, sagte der ehemalige südafrikanische Präsident. Allerdings konnten nach seinen Worten nicht alle Probleme gelöst werden – etwa die umstrittene Grenzführung zwischen beiden Ländern. Der Südsudan hatte im Januar die Erdölproduktion eingestellt, nachdem keine Übereinkunft über die Transitgebühren mit dem nördlichen Nachbarn zustande gekommen war. Der Streit hatte der Wirtschaft in beiden Ländern schwer geschadet. Die meisten Ölreserven liegen im Südsudan, der Transport läuft aber über Leitungen im Norden. dpa

SERBIEN

Neuer Staatschef eckt

im Kosovo und in Kroatien an

Belgrad - Der neue serbische Staatspräsident Tomislav Nikolic ist in den Nachbarländern Kosovo und Kroatien angeeckt. Der frühere großserbische Nationalist hänge mit seinen Vorschlägen für die Lösung der Dauerkrise im Kosovo „Träumen aus den 90er Jahren“ nach, kritisierte der stellvertretende Kosovo-Regierungschef Hajredin Kuci in Pristina in der Zeitung „Express“. Nikolic hatte vorgeschlagen, das heute selbstständige Kosovo solle in den serbischen Staatsverband zurückkehren und könne dort Autonomie nach dem Vorbild der deutschen Minderheit in Belgien oder der deutschsprachigen Minderheit im italienischen Südtirol erhalten. Am Vortag hatte das kroatische Staatsoberhaupt Ivo Josipovic jeden Kontakt mit seinem serbischen Amtskollegen abgelehnt, bevor dieser nicht serbische Ansprüche auf kroatisches Territorium aufgebe. dpa

GRIECHENLAND

Großrazzien gegen Einwanderer

ohne gültige Papiere

Athen - Die griechische Polizei ist im Zentrum von Athen massiv gegen Einwanderer ohne gültige Papiere vorgegangen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurden seit Donnerstag 500 Menschen festgenommen und 1500 überprüft. An der „Operation“ waren in der Hauptstadt 2000 Polizisten beteiligt. Bei einer ähnlichen Großrazzia in der Region Evros an der Grenze zur Türkei waren 2500 Beamte im Einsatz. Ziel der Razzien sei es, „die Einwanderer in ihre Herkunftsländer zurückzubringen, die Grenzen zu schließen und Athen wieder zu einer rechtsstaatlichen Metropole mit Lebensqualität zu machen“, erklärte die Polizei. Es gehe um das „nationale Überleben“. Der griechische Regierungschef Antonis Samaras hatte sich vor der jüngsten Wahl für die „Rückeroberung der Städte“ stark gemacht. AFP

TÜRKEI

Armee versetzt putschverdächtige Offiziere in Ruhestand

Ankara - Die türkische Armee hat dutzende putschverdächtige Offiziere vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Nach Armeeangaben vom Samstag betrifft die Maßnahme des Obersten Militärrates insgesamt 56 Generale und Admirale. Medienberichten zufolge sitzen 40 von ihnen wegen angeblicher Putschpläne gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Haft. Die höchste militärische Instanz des Landes war am Mittwoch in Ankara zusammengekommen, um wichtige Personalentscheidungen zu treffen. In der Türkei hat das Militär seit 1960 vier Mal gegen die Regierung geputscht. Seit Jahren laufen Ermittlungen und Prozesse gegen hunderte aktive und pensionierte Offiziere wegen angeblicher Putschpläne. AFP

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