AUSSTELLUNG „Kompass – Zeichnungen aus dem MoMA“ : Papier-Schlangen

Beim Stichwort „MoMA in Berlin“ leuchten allenthalben die Augen: Das war doch dieser Sensationserfolg von vor sieben Jahren, bei dem sich die Publikumsschlangen nur so um die Neue Nationalgalerie wanden. Insgesamt erhaschten 1,2 Millionen Besucher einen Blick auf die Stars des New Yorker Museum of Modern Art. Zugleich war es der Durchbruch der Event-Ausstellung in der deutschen Museumslandschaft. Das Rad der kommerzialisierten Kunstschau lässt sich seitdem nicht mehr zurückdrehen. Das mag man betrüblich finden. Trotzdem erwirtschaftete das Unternehmen einen Überschuss von 6,5 Millionen Euro. Auch das zählt.

Prompt versuchte so manche spätere Ausstellung in Berlin an den großen MoMA-Erfolg anzuknüpfen. Nun eröffnet eine Schau im Martin-Gropius-Bau, die ebenfalls das Zauberwort „MoMA“ im Titel führt. Vollständig lautet er: „Kompass – Zeichnungen aus dem MoMA New York. The Judith Rothschild Foundation Contemporary Drawings Collection“. Von der 2600 Arbeiten auf Papier umfassenden Sammlung, die innerhalb von zwei Jahren zusammengetragen wurde und vor sechs Jahren als Schenkung an das New Yorker Museum ging, werden über 250 Werke von 120 Künstlern zu sehen sein. Natürlich sind auch wieder die Stars dabei: Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Edward Ruscha. Aber die Ausstellung will mehr als nur prunken. Sie will ganze Kunstzentren abbilden: New York, Los Angeles, London, Berlin. Es wird also ein Wiedersehen mit guten alten Bekannten wie Marcel Odenbach (unser Foto) geben, jedoch in einem weniger spektakulären Medium, der Papierarbeit. Die Sensation findet im Verborgenen statt. Nicola Kuhn

Martin-Gropius-Bau, Fr 11. 3. bis So 29. 5.,

Mi-Mo 10-20 Uhr, 12/8 €

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