AUSSTELLUNG „Wiederkehr der Landschaft“ : Auf Land gebaut

Jan OberländerD

In 300 Metern Höhe macht man bisweilen alarmierende Beobachtungen. Der amerikanische Fotograf und Pilot Alex MacLean hat im Herbst 2009 vom Flugzeug aus dokumentiert, wie Siedlungen sich scheinbar unaufhaltsam ins Gelände fressen (Foto). Als Teil der Ausstellung „Wiederkehr der Landschaft“ in der Akademie der Künste am Hanseatenweg zeigen seine Aufnahmen Naturpanoramen von Ehrfurcht gebietender Schönheit, aber auch Zerstörung, Hässlichkeit und Banalität.

Grundlage der 2000 Quadratmeter großen, interdisziplinären Schau ist die These, dass die Landschaft nicht länger als neutrales Verfügungsgut wahrgenommen werden darf. Um den durch urbanen Raubbau entstandenen Umweltproblemen zu begegnen, müsse die Stadt des 21. Jahrhunderts „aus der Landschaft entwickelt“ werden – anstatt diese einfach zu überbauen. Neben MacLeans Überblicksfotos dienen mit Venedig und Las Vegas zwei der künstlichsten Städte der Welt als Fallbeispiele. Anhand historischer und aktueller Dokumente, Fotografien und Pläne erzählt die Ausstellung hier von kluger Nutzung und überheblicher Zerstörung, von zukunftsfähigen und gescheiterten Stadtentwicklungsstrategien. Die Landschaft, auch das eine These, müsse wieder stärker als „ästhetischer und emotionaler Lebensraum“ gewürdigt werden. Dass bestehende Bilder aus Malerei, Literatur und Film sich längst mit den realen Erfahrungen verbunden haben, beweisen ausgewählte Zitate und Filmsequenzen. Der letzte Ausstellungsteil präsentiert Visionen: Projekte internationaler Landschaftsarchitekten weisen neue Wege zur Kultivierung des Geländes. Jan Oberländer

Akademie der Künste Hanseatenweg, Sa 13.3. bis So 30.5., Di-So 11-20 Uhr, 6/4 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben