AUSSTELLUNGArt Berlin Contemporary : Visionen für den Stadtraum

Christiane Meixner

Tischlein, deck dich! 64 internationale Galerien sind der Aufforderung der Art Berlin Contemporary („abc“) gefolgt und haben sich für eine Ausstellung mit ihren Künstlern auf einer Fläche von zweimal einem Meter eingerichtet. Im vergangenen Jahr hatten die Teilnehmer noch mit riesigen Skulpturen im Postbahnhof geklotzt und eine konkurrierende Schau zum Art Forum Berlin aufgebaut. Nun ist die „abc“ in der Akademie der Künste am Hanseatenweg angekommen, entsprechend institutionell ist das Programm: Auf den Tischen stehen visionäre Modelle für Kunst im öffentlichen Raum. Natürlich nicht auf irgendeinem Möbel. Sondern auf dem vierbeinigen Klassiker von Egon Eiermann – ein Architektentisch und als Ikone wegweisend für das offene, luftige Design der Moderne.

Die Wahl mag als Aufforderung gedacht sein, das alte Thema Kunst für alle ähnlich frisch anzugehen und für die Gegenwart zu überdenken: Brauchen wir ästhetische Statements in der Stadt? Und wenn ja, wie sehen zeitgemäße Ideen jenseits von Brunnenskulpturen und Wandmosaiken aus? Die Ausstellung namens „def – drafts establishing future“ soll Impulse für künftige Dialoge geben. Ihre Ideen reichen vom meditativen Skulpturengarten mit gigantischen menschlichen Organen und chirurgischen Instrumenten (Chen Zhen) bis zur Kletterwand mit echten, fixierten Möbeln von Tiago und Gabriel Primo (Foto). Es gibt formale Experimente, fixe Ideen und wunderbare Versuche, den funktionalen Stadtraum zu gestalten. Selbst wenn vieles davon nicht realisierbar ist – der Vorstellungskraft hilft die Ausstellung garantiert auf die Sprünge. Christiane Meixner

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10,

bis So 27.9., 11-20 Uhr, 7 €, erm. 5 €

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