AUSSTELLUNGDan und Lia Perjovschi : Wissen ist Widerstand

Peformances, Zeichnen und Konzeptkunst sind für Dan und Lia Perjovschi vor allem Mittel, um sich Wissen anzueignen. Das mag daran liegen, dass sie als rumänische Künstler lange Zeit vom Wissen der westlichen Welt abgeschnitten waren. Dan Perjovschi zeichnet seine humorvollen, gesellschaftskritischen Comics auf Wände und Fußböden, zum Beispiel bei der Venedig Biennale 1999. Die manische Informations- und Objektsammlerin Lia Perjovschi hat sich für ihre Bild-Text-Objekt-Collagen die Prinzipien aus Harrison Owens „Open Space Technology“ angeeignet, etwa Gemeinschaftssinn, Empathie und Offenheit.

Die beiden Künstler heirateten 1983. Aber erst ab 1989 beginnt für sie wirklich ein neues Leben. Im Dezember 1989 flüchtet der Diktator Nicolae Ceauscescu aus Bukarest, wenige Tage später werden er und seine Frau Elena hingerichtet. In jenen Revolutionstagen gründeten Dissidenten, darunter Dan Perjovschi, die „Gruppe für den Sozialen Dialog“. Diese bringt seit Januar 1990 die unabhängige Wochenzeitung „Revista 22“ heraus, in der regelmäßig die politischen Zeichnungen Perjovschis erscheinen – in der Ausstellung sind sie jetzt als Archiv zu sehen. Lia Perjovschis ebenfalls gezeigtes „Knowledge Museum Kit“ ist ein imaginäres Museum für intellektuellen Widerstand und unabhängiges Denken. Visuelle Denkanstöße sind ausufernde Mind- maps, in denen Lia Perjovschi Bilder und Texte assoziativ miteinander verknüpft – für „all jene, die wissen wollen, was man wissen sollte“, wie die Künstlerin formuliert.Birgit Rieger

ifa-Galerie Berlin, Fr 3.2. bis So 15.4., Di-So 14-19 Uhr, Eintritt frei. Fr 3.2., 17 Uhr: Führung mit den Künstlern

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