AUSSTELLUNGFotografien von Max von Oppenheim : Der Orient für zu Hause

Die Götter vom Tell Halaf sind bereits zurückgekehrt. Im Pergamonmuseum ist die großartige, restaurierte Sammlung des Orientalisten Max von Oppenheim vor kurzem eröffnet worden. Nun legt das Museum für Fotografie mit einer Ausstellung zur Fotosammlung des Abenteurers und Archäologen nach. Darunter sind nicht nur Bilder von den Ausgrabungen in Nordsyrien. Oder von seinen Reisen, die von Oppenheim rund um Kairo betrieb, wo er im diplomatischen Dienst von Land und Leuten berichten sollte.

Vor allem das Volk der Beduinen hatte es ihm angetan. Die Fotoalben bezeugen auch ein Stück Fotografiegeschichte. Um 1900 war es keineswegs üblich gewesen, sich von Fotografen begleiten zu lassen. Die Ausrüstung wog schwer auf den Wüstenexpeditionen. Statt handlichen Rollfilmen schleppten Oppenheims Fotografen Glasplatten mit, die belichtet wurden. Im Grabungshaus befand sich eine Dunkelkammer. Etwa 13 000 Aufnahmen umfasst die Fotosammlung Oppenheims. Im Gegensatz zu den Schätzen aus seinem privaten Tell-Halaf-Museum überstanden die Alben den Krieg. Die Ausstellung „Von Kairo zum Tell Halaf“ will den Sammler nicht nur als gründlichen Dokumentar vorstellen, sondern auch als modernen Medienmenschen. Von Oppenheim setzte früh auf die Macht der Bilder und stellte seine Alben zu spannenden Reiseberichten zusammen, archäologische Fundstücke wechseln sich ab mit weiten Landschaften und wilden Reitern, Basaren und Moscheen. Nicht nur Archäologen wollte er für seine Projekte und den Orient begeistern. Auch die Daheimgebliebenen in Berlin. Auf ein Neues. Anna Pataczek

Museum für Fotografie, Fr 18.2. bis So 15.5.,

Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, 8 €, erm. 4 €

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