AUSSTELLUNG„Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete“ : Zu Hause bei Pharaos

Am Nikolaustag des Jahres 1912 fanden der Berliner Archäologe Ludwig Borchardt und sein Team in den Ruinen der altägyptischen Stadt Achet-Aton, dem heutigen Tell el Amarnadie, die Büste der Nofretete. Im Rahmen der Fundaufteilung gelangte die farbige Büste nach Berlin. Zum Jubiläum zeigen das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung eine Sonderaustellung, in der noch nie gezeigte Funde aus dem Berliner „Amarna-Depot“ zu sehen sind. „In Amarna wurden zwischen 7000 und 10 000 Objekte gefunden, von denen sich 5000 in Berlin befinden“, heißt es aus dem Neuen Museum.

Die Schau erzählt ausführlich die Inszenierungsgeschichte der Nofretete vom archäologischen Objekt zum Schönheitsideal. Darüber hinaus geben prachtvolle, meist erstmalig restaurierte Amphoren, Flaschen, Becher, Vorratsgefäße, Schmuckstücke, Statuenfragmente und Werkzeuge Aufschluss über das Alltagsleben der Amarna-Ära. „Amarna“ bezeichnet die Stadt Achet-Aton, die Nofretetes Gemahl, Pharao Echnaton, 1340 vor Christus als neue Hauptstadt in der Wüste errichten ließ. Zahlreiche Kultstätten dienten der Ausübung der von ihm geschaffenen Religionslehre einer „Licht-Theologie“ um den Gott Aton. Die Ausstellung zeigt ein Modell sowie Utensilien aus der Bildhauerwerkstatt des Thutmosis, in der die Büste der Nofretete gefunden wurde; außerdem eine Replik der stark zerstörten Echnaton-Büste, die ebenfalls dort geborgen wurde. Videoinstallationen geben Einblick in die Restaurierungsarbeiten, und man kann digital in einem Fundtagebuch Ludwig Borchadts blättern. Birgit Rieger

Neues Museum, bis Sa 13.4., Fr-Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr,

14 €, erm. 7 €

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