AUSSTELLUNG„John Cage und ...“ : Der große Inspirator

Vier Minuten und 33 Sekunden saß John Cage tatenlos am Klavier und präsentierte: die Stille. Zu diesem Werk inspiriert wurde er von den „White Paintings“ seines Freundes Robert Rauschenberg. Die Gemälde waren einfarbig weiß, sie zeigten das Nichts. Wie eng das Oeuvre von Cage mit der bildenden Kunst verwoben war und dass er selbst auch zeichnete und malte, wird über seinen herausragenden Werken für die Musik häufig vergessen.

Im Rahmen der umfangreichen Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag rückt nun die Ausstellung „John Cage und ...“ in der Akademie der Künste den bildenden Künstler in den Fokus und bettet ihn in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Einfluss hatte etwa die klassische Moderne, Cage erwarb bereits im Alter von 22 Jahren ein Bild des Expressionisten Alexej Jawlensky. In den fünfziger Jahren besuchten all jene seine Kurse über experimentelle Musik, die einmal zu den Pionieren der Happening- und Fluxus-Bewegung werden sollten, etwa George Brecht oder Allan Kaprow. Kurator Wulf Herzogenrath, bis vor kurzem Direktor der Kunsthalle Bremen und früherer Hauptkustos der Berliner Nationalgalerie, hat Papierarbeiten, klangkünstlerische Werke, Installationen, Notationen, Foto- und Filmdokumente zusammengestellt, die ein dichtes Geflecht an Beziehungen zwischen Cage und seinen Freunden, Impulsgebern und Schülern ergeben. Mit Werken von Mark Tobey, Richard Buckminster-Fuller, Marcel Duchamp, Lászlo Moholy-Nagy, Wassily Kandinsky, Josef Albers oder Robert Rauschenberg. Anna Pataczek

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10,

Do 29.3., 19 Uhr (Eröffnung), Fr 30.3. bis So 17. 6., Di-So 11-20 Uhr, 5/3 €, bis 18 Jahre und am 1. So im

Monat Eintritt frei

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