AUSSTELLUNGK. H. Hödicke : Blick auf Berlin

Gerhard Richter stimmte kurz vor seinem 80. Geburtstag doch noch einem filmischen Portrait über sich zu, im April läuft eine Dokumentarfilm über Georg Baselitz an, fehlt eigentlich nur noch K. H. Hödicke, um die Riege der großen deutschen Maler der Nachkriegszeit zu komplettieren. Und auch bei ihm würde man denken: 50 Jahre Malerei, Kunst und Widersinn, das passt nicht in 90 Minuten Film. Und dann würde es vielleicht doch gehen. Diese Woche beginnt aber erst einmal eine Werkschau in der Berlinischen Galerie, deren Sammlung zahlreiche Arbeiten des mit allen erdenklichen Medien arbeitenden Künstlers beinhaltet. Am Eröffnungstag wird Hödicke 75 Jahre alt.

Der gebürtige Nürnberger begann 1959 ein Studium in Berlin, blieb und mischte kräftig mit. 1964 gründete er mit Markus Lüpertz, Bernd Koberling und anderen die „Künstlerselbsthilfegalerie“ Großgörschen 35. Sie mieteten eine Fabriketage in Schöneberg, weil der Markt ihre wilden, figurativen Bilder nicht wollte und weil es in Berlin sowieso keinen Markt gab. Wie man damit und mit Farbe und dem Bildermachen umgeht, haben nachfolgende Künstlergenerationen auch durch Freigeister wie Hödicke, der an der Hochschule der Künste lehrte, verinnerlicht. 1967 ging Hödicke nach New York und begann dort wie Warhol und viele andere mit dem neuen Medium Video zu arbeiten. Auch diese Experimente zeigt die Ausstellung, ebenso seine Berliner Stadtlandschaften der sechziger und siebziger Jahre, die Kunst- und Politikgeschichte zugleich sind. Unser Bild zeigt das frühere Kunstgewerbemuseum, das heute als Martin-Gropius-Bau im Zentrum Berlins steht. Birgit Rieger

Berlinische Galerie, Eröffnung Do 21.2., 19 Uhr, bis Mo 27.5., Mi-Mo 10-18 Uhr, 8 €, erm. 5 €

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