AUSSTELLUNG„Michael Ende. Magische Welten“ : Staunen, fragen, träumen

Antje Horn-Conrad

Die Lust am freien, absichtslosen Spiel sei die wahre, die eigentliche Triebfeder, die ihn beim Schreiben bewegt, gestand Michael Ende ohne Scham. Wie auch Astrid Lindgren schrieb er für das Kind in sich selbst, „das nie die Fähigkeit verliert zu staunen, zu fragen, sich zu begeistern.“ Als sich Ende schreibend nach Phantásien in die „Unendliche Geschichte“ begab, wusste er ganz und gar nicht, wo der Ausgang sein würde, der ihm und seinem Protagonisten Bastian die Rückkehr in die äußere Realität gestatten würde. „Ich habe mit dieser Geschichte buchstäblich um mein Leben gekämpft.“ Umso verständlicher ist seine Bitternis darüber, was die Filmindustrie daraus gemacht hat.

Die Ausstellung „Michael Ende. Magische Welten“, die vom Deutschen Theatermuseum München konzipiert und nun leicht modifiziert im Filmmuseum Potsdam gezeigt wird, widmet sich den vielfältigen Genres, in die das Werk des Dichters Eingang fand. Mehr als dem Film vertraute Ende den magischen Qualitäten des Theaters, das auch der „Unendlichen Geschichte“, etwa am Nationaltheater Weimar (Foto), jene Weite zugestand, den sie beansprucht. Bühnenbilder, fantastische Kostüme und Marionetten der Augsburger Puppenkiste belegen die Theaterpräsenz seiner vielen Figuren: von Jim Knopf bis zum Traumfresserchen. Zur Eröffnung der Ausstellung zeigt das Museumskino die einzige Ende-Verfilmung, die der Autor einigermaßen akzeptierte: „Momo“, die Geschichte des kleinen Mädchens, das mit seiner Schildkröte gegen die grauen Herren kämpft, die die Menschen dazu bringen, Zeit zu sparen. Antje Horn-Conrad

Filmmuseum, Eröffng.: Do 21.2., 18 Uhr, bis So 5.10, tgl. 10-18 Uhr

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben