AUSSTELLUNG„Nothing to declare? – Weltkarten der Kunst nach ’89“ : Nollywood in Berlin

Ist Berlin ein Kunstzentrum? Sind der Westen und Nordamerika überhaupt noch der Nabel der Kunstwelt? Eine Ausstellung in der Akademie der Künste nimmt das Jahr 1989 als historischen Wendepunkt, und beobachtet, wie die Globalisierung seitdem die Kunstwelt verändert hat. Ziemlich stark – das sei schon mal verraten.

An Berlin kann man sehr gut ablesen, was globale Kunst bedeutet: Künstler aus aller Welt treffen auf Kuratoren aus aller Welt, betreiben Projekte im Berliner Projektraum und gleichzeitig in New York, Mumbai oder sonstwo, online und vernetzt, im Englisch-Kauderwelsch kommunizierend. Und noch ein Phänomen brachte die Globalisierung: Internationale Großausstellungen nahmen explosionsartig zu. Gut 100 sind es mittlerweile. Diese werden zu „Relaisstationen einer Kartografie, die ohne Vorgeschichte in der Moderne ist“, heißt es in einer Publikation eines von Peter Weibel initiierten Forschungsprojektes, das die Auswirkung der Globalisierung auf Museen, Publikum und Kunst verhandelt und am Zentrum für Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe angesiedelt ist. Die zugehörige Ausstellung kommt nun nach Berlin, im Mittelpunkt steht ein riesiges Panorama, eine bunt blinkende Multimedia-Wand, auf der die globalen Entwicklungen in der Kunst anhand von Zahlen und Daten verfolgt werden können. Der französische Künstler Thierry Geoffroy aka Colonel veräppelt das Format Biennale, Christian Jankowski nimmt den Warencharakter der Kunst in seinem „Kunstmarkt TV“ auf die Schippe, und der Südafrikaner Pieter Hugo zeigt Klischees aus „Nollywood“, der Trash-Filmindustrie Nigerias (Foto). Birgit Rieger

Akademie der Künste am Pariser Platz, Fr 1.2. bis So 24.3., Di-So 11-19 Uhr, 6 €, erm. 4 €

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