AUSSTELLUNG„Urban Noise“ : Schaut auf diesen Lärm

Presslufthammergetöse von der Baustelle vor dem Haus. Dumpfe Musik aus der Wohnung nebenan. Jugendliches Stimmengewirr auf dem Schulhof. Großstadtgeräusche begleiten das Leben vieler Menschen jeden Tag, manche nehmen wir kaum noch wahr. Aber Lärm ist nicht gleich Lärm, wie die Ausstellung „Urban Noise“ zeigt, die vom 7. Mai bis zum 19. Juni im Kunstraum Bethanien in Kreuzberg zu sehen ist. Noise ist auch eine permanente, schier omnipräsente Frequenz, die unser soziales Leben unweigerlich beeinflusst, die Stimmungen bewirkt und Haltungen manipuliert.

Nebenbei beweisen die Werke von Diana Artus, Jakob Kolding, Eiko Grimberg, Stephanie Kiwitt, Christine Schulz, Tomek Mzyk (Foto) und Korpys/Löffler, der sieben Künstler, die Kurator Maik Schlüter zusammengebracht hat, dem Besucher aber noch etwas ganz anderes: Lärm ist nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar! Ganz auf Bilder, ob Fotografien, Collagen oder Installationen, begrenzt sich die Ausstellung. Die Stadt wird gespiegelt, auf den Kopf gestellt, bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Bis am Ende Dokumentation und Fiktion verschwimmen – und alles ein einziges Rauschen ist. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitagabend, ab 19 Uhr können die Besucher dabei auch mit Kurator und Künstlern diskutieren. Außerdem wird es während der Dauer der Ausstellung zwei Begleitveranstaltungen geben: Am Samstag, dem 14. Mai, ein Hörspiel zur langen Buchnacht und am Samstag, dem 28. Mai, eine Führung mit Maik Schlüter im Rahmen des Sommerfestes. Denn wie sagte Goethe so treffend: Es hört doch jeder nur, was er versteht.Maris Hubschmid



Kunstraum Bethanien, Sa 7.5. bis So 19. 6., tgl. 12-19 Uhr, Eintritt frei, www.kunstraumkreuzberg.de

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben